Update: Mit GPT‑5 die Aktienanalyse aufs nächste Level heben

Seit dem Start von ChatGPT 2022 fragen sich Trader, wie sie KI-Tools nutzen können, besonders Swingtrader profitieren enorm von modernen KI-Assistenten. Dieser Artikel zeigt, wie GPT‑5, die am 07.August 2025 vorgestellte neueste Generation von OpenAIs Modellen (YouTube-Präsentation), als leistungsstarker Helfer eure Aktienanalyse verbessern kann. Wir erklären die Anwendung im Trading-Kontext, liefern Beispiel-Prompts und demonstrieren dies praxisnah anhand der NVIDIA-Aktie, einem Technologiekonzern, der wie kaum ein anderer vom KI-Boom profitiert.

Executive Summary

  • GPT-5 als Game-Changer: Größere Kontextfenster, multimodale Verarbeitung und höhere Präzision machen das Modell zum klaren Sprung gegenüber GPT-4.
  • Nutzen für Swingtrader: Quartalszahlen, News und Bewertungen lassen sich schneller analysieren und verständlich aufbereiten.
  • Praxisbeispiel NVIDIA: Zeigt, wie GPT-5 Chancen, Risiken und Bewertungen in Minuten strukturiert darstellen kann.
  • Grenzen der KI: Kein Echtzeit-Zugang, mögliche „Halluzinationen“ und ein fester Wissensstand bleiben Limitierungen, das menschliches Urteilsvermögen ist unverzichtbar.
  • Direkter Mehrwert: Beispiel-Prompts und praxisnahe Szenarien zeigen, wie Trader GPT-5 sofort einsetzen können.

GPT‑5: Ein Game-Changer für Swingtrader

Nach GPT-4 folgt nun der nächste Meilenstein: GPT-5. Das Modell bringt entscheidende Verbesserungen:

  • Multimodalität: Neben Text kann GPT-5 auch Bilder und andere Datenformate verarbeiten.
  • Größerer Kontext: Durch erweiterte Kontextfenster („expanded context windows“) lassen sich deutlich längere Texte, Datenfeeds und Analysen verarbeiten.
  • Schnelligkeit & Genauigkeit: Antworten erfolgen schneller, logischer und nachvollziehbarer.
  • Transparenz & Zuverlässigkeit: GPT-5 weist besser auf Unsicherheiten hin, statt einfach „halluzinierte“ Fakten zu liefern.

OpenAI präsentiert GPT-5 nicht bloß als Update, sondern als echten Quantensprung. Dieser wird durch folgende Metapher veranschaulicht, Sinnbild für die enorm erweiterten Kapazitäten und den deutlich größeren Kontextumfang.

Abbildung 1: OpenAI Modelle von GPT-3 über GPT-4 bis zu GPT-5; Quelle OpenAI

GPT‑5 bringt im Vergleich zu vorherigen Versionen deutliche Verbesserungen in Geschwindigkeit, Logik und Kontextverständnis mit sich. Für Swingtrader bedeutet das, dass selbst umfangreiche Unternehmensberichte, Nachrichten-Feeds oder Finanzdatensätze von der KI erfasst und ausgewertet werden können, und zwar deutlich schneller und gründlicher, als es manuell möglich wäre. KI-Forscher betonen vor allem Verbesserungen in Genauigkeit und Schlussfolgerungen, was essenziell ist, um aus vielen Informationen die richtigen Handelsimpulse abzuleiten.

OpenAI hat die Transparenz und Zuverlässigkeit spürbar verbessert. GPT-5 kennzeichnet Unsicherheiten klarer und reduziert die sogenannten Halluzinationen deutlich, also die Häufigkeit, mit der falsche oder erfundene Informationen ausgegeben werden. Die folgende Grafik zeigt, dass GPT-5 in allen getesteten Bereichen eine deutlich geringere Fehlerquote aufweist als GPT-4. Für Trader bedeutet das eine stabilere Grundlage für datenbasierte Entscheidungen.

Abbildung 2: GPT-5 reduziert Halluzinationen deutlich; Quelle: GPT-5 System Card

Neben den geringeren Halluzinationsraten zeigt sich eine weitere Stärke von GPT-5 im Bereich Sycophancy, also dem unkritischen Übernehmen von falschen Annahmen. Während GPT-4o solche Prämissen oft einfach „nachplapperte“, zeigt GPT-5 deutlich mehr Widerstand. Tests belegen, dass die neuen Modelle fast dreimal besser abschneiden, in ersten Praxismessungen sank die Häufigkeit solcher Antworten sogar um bis zu 75 %.

Tabelle 1: GPT-5 widerspricht falschen Prämissen häufiger als GPT-4o; Quelle: GPT-5 System Card

Für Trader bedeutet das: GPT-5 übernimmt nicht mehr blind fehlerhafte Ausgangspunkte, sondern prüft und widerspricht häufiger was eine wichtige Grundlage für objektive Marktanalysen ist. Insgesamt wird es damit zu einem noch verlässlicheren digitalen Assistenten, der die tägliche Analyse-Routine spürbar verbessert. Wichtig bleibt jedoch, dass die finale Entscheidung immer noch beim Menschen liegt.

Insgesamt wird GPT‑5 damit zu einem noch vertrauenswürdigeren digitalen Assistenten, der in der täglichen Analyse-Routine eines Traders den Unterschied machen kann, aber die finale Entscheidung liegt stets beim Menschen.

Fundamentaldaten schneller auswerten

Für fundamental orientierte Trader bilden Geschäftszahlen, Kennzahlen und Unternehmensmeldungen die Basis jeder Analyse. Bereits GPT-4 und andere KI-Tools konnten komplette Finanzberichte durchforsten und die wichtigsten Punkte extrahieren. Mit GPT‑5 und seinem erweiterten Kontextumfang ist es nun möglich, einen ganzen Quartalsbericht oder eine Pressemitteilung einzuspeisen und sekundenschnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen und Aussagen zu erhalten.

Beispiel NVIDIA: Im Mai 2022 meldete der Konzern einen Rekordumsatz von 8,29 Mrd. USD (+46 %). Treiber war vor allem das Data-Center-Segment mit +79 % Wachstum, ein klarer Hinweis, wie stark die Nachfrage nach KI-Rechenleistung bereits damals anzog. Statt langer Tabellen oder Pressemeldungen kann GPT-5 solche Kernzahlen automatisch herausfiltern, Trends hervorheben und in verständliche Sprache übersetzen.

Ein anderer Anwendungsfall wäre beispielsweise, dass GPT-5 Veränderungen über mehrere Berichte hinweg analysiert. “Wie haben sich Umsatz und Marge bei NVIDIA in den letzten vier Quartalen entwickelt und was sind die Gründe dafür?” GPT-5 würde daraufhin eine strukturierte Antwort mit Kennzahlen und Erläuterungen liefern wie etwa: Pandemie-Boom gefolgt von einem Rücksetzer 2022 wegen nachlassender PC-Nachfrage und Krypto-Crash, anschließend beschleunigtes Wachstum 2023 durch den KI-Trend. Solche Analysen verschaffen in Minuten einen Überblick, wofür man sonst tief in Geschäftsberichte und Präsentationen eintauchen müsste.

News & Marktstimmung im Blick

Für Swingtrader zählen nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch Nachrichten und die Stimmung am Markt. Besonders bei einer Aktie wie NVIDIA, die regelmäßig im Zentrum der Tech-Berichterstattung steht, kann GPT-5 enorm helfen. Statt stundenlang Artikel zu durchforsten, fasst die KI die wichtigsten Aussagen zusammen und zeigt direkt, welche Meldungen für den Kurs wirklich relevant sein könnten.

Auch Social Media wird dadurch greifbarer. Wer GPT-5 fragt, wie Anleger derzeit über NVIDIA sprechen, bekommt eine klare Einschätzung, ob Optimismus oder Skepsis überwiegt. So entsteht in kurzer Zeit ein Bild der allgemeinen Stimmung, ohne dass man sich selbst durch unzählige Kommentare klicken muss.

Darüber hinaus lassen sich mit GPT-5 auch größere Branchentrends erkennen. Die KI könnte aktuelle Nachrichten mehrerer Halbleiterfirmen vergleichen, um herauszufinden, ob z. B. alle von Lieferengpässen berichten oder ob NVIDIA mit spezifischen Chancen oder Stolpersteinen konfrontiert ist. Auf diese Weise behalten Swingtrader nicht nur das einzelne Unternehmen, sondern das gesamte Marktumfeld im Blick.

Bewertungen und Kennzahlen verstehen

Ein fundamentales Kriterium bei Aktien ist die Unternehmensbewertung. Begriffe wie KGV oder KUV gehören für Profis zum Alltag, für Einsteiger wirken sie oft sperrig. Hier spielt GPT-5 seine Stärke als Lehrer und Analyst gleichzeitig aus. Wer fragt, was ein KGV von 70 bedeutet, bekommt eine einfache und verständliche Erklärung. Das Modell zeigt, dass ein so hoher Wert in erster Linie auf enorme Wachstumserwartungen des Marktes hinweist, bricht die Formeln nachvollziehbar herunter und macht mit Beispielen deutlich, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Abbildung 3: Erklärung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses; Quelle: ChatGPT-5, OpenAI, 2025

Noch spannender wird es, wenn GPT-5 Bewertungen ins Verhältnis setzt. Eine einzelne Kennzahl sagt wenig aus, erst im Vergleich gewinnt sie an Bedeutung. So könnte die KI etwa NVIDIAs aktuelle Bewertung der von AMD und dem Branchendurchschnitt gegenüberstellen. Der Befund wäre eindeutig: NVIDIA ist deutlich teurer, was einerseits den Boom rund um KI widerspiegelt, andererseits aber auch ein Risiko birgt, falls die hohen Erwartungen enttäuscht werden.

Das Spektrum reicht jedoch noch weiter. Mit den passenden Daten kann das Modell auch komplexere Analysen durchführen, etwa von Discounted-Cashflow-Berechnungen (DCF) oder die Auswertung von Analystenschätzungen. Hier zeigt sich die Stärke der neuen Modellgeneration, denn das System kann Tabellen, Modelle oder sogar Code nutzen, um Bewertungen herzuleiten, eine Fähigkeit, die zuvor spezialisierten Tools vorbehalten war. Nachdem wir gesehen haben, wie GPT-5 Bewertungskennzahlen erklärt und in Relation setzt, lohnt sich nun ein Blick auf die Praxis.

NVIDIA im Praxistest: eine Analyse mit GPT-5

Schauen wir uns konkret an, wie eine GPT-gestützte Analyse für NVIDIA aussehen kann. NVIDIA ist ein spannendes Beispiel, da die Aktie 2022 erst einen herben Rückschlag erlitt (Tech-Abverkauf, Nachfrageschwäche) und dann 2023 im Zuge des KI-Booms explodierte. Stellen wir uns also vor, wir sind ein Swingtrader und möchten die aktuelle Lage von NVIDIA beurteilen.

1. Zahlen und Geschäftstrends

Zunächst fragen wir GPT-5 nach den aktuellen Geschäftszahlen und deren Entwicklung. Das Analysemodell würde berichten, dass NVIDIA zuletzt Rekordumsätze erzielt hat, angetrieben vor allem vom Datacenter-Segment (KI-Chips für Cloud-Anbieter). Nach einer Wachstumsdelle 2022, die durch geringere Gaming-Nachfrage und die Krypto-Mining-Schwemme ausgelöst wurde legten die Umsätze 2023 wieder stark zu; im zuletzt gemeldeten Quartal sogar mit über +100 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr. In unserem Szenario macht GPT-5 die Ursachen deutlich: Die explosionsartige Nachfrage nach generativer KI, etwa durch OpenAIs ChatGPT, treibt den Bedarf an NVIDIA-GPUs massiv in die Höhe und hat einen Investitionsboom in KI-Rechenzentren entfacht. Dieser Überblick zeigt anschaulich, wie NVIDIA sein Geld verdient (z. B. 76 % Datacenter, 18 % Gaming) und warum einzelne Segmente boomen oder schwächeln.

2. Chancen und Wachstumstreiber

In einer GPT-5-gestützten Analyse würde NVIDIAs dominierende Stellung in der KI-Chip-Technologie als zentraler Wachstumstreiber hervorgehoben. Das Unternehmen verfügt nicht nur über eine führende Marktposition, sondern auch über ein starkes Software-Ökosystem, das als Burggraben wirkt und Kunden langfristig bindet. Der digitale Assistent könnte zudem aufzeigen, dass die Nachfrage nach KI-Lösungen branchenübergreifend noch am Anfang steht, aber enormes Potenzial bietet. NVIDIA selbst schätzt das Marktvolumen für den Ausbau von KI-Infrastruktur in den kommenden Jahren auf rund 1,5 Billionen USD, ein Hinweis darauf, dass weiterhin erheblicher Spielraum für Umsatzsteigerungen besteht. Zusätzlich ließen sich weitere Wachstumsfelder wie zum Beispiel Edge Computing (KI in Fahrzeugen oder vernetzten Geräten) sowie neue Produktgenerationen wie die Blackwell-Chips identifizieren. Solche Perspektiven verdeutlichen, dass NVIDIA nicht nur kurzfristig vom KI-Boom profitiert, sondern auch langfristig vielfältige Expansionsmöglichkeiten besitzt.

3. Risiken und Herausforderungen

Kein vollständiges Analysebild kommt ohne den Blick auf Risiken aus. Hierbei tritt das Modell als kritischer Mahner auf. Besonders ins Gewicht fallen geopolitische Faktoren. Die US-Exportbeschränkungen für High-End-Chips nach China könnten NVIDIA Milliarden kosten. Laut Unternehmensangaben entgehen im laufenden Quartal bis zu 8 Mrd. USD an Einnahmen, da Chips wie H100 oder H20 nicht mehr verkauft werden dürfen. Hinzu kommt der wachsende Wettbewerb. AMD drängt mit eigenen KI-Beschleunigern auf den Markt, während Hyperscaler wie Google oder Amazon ihre eigenen Chips entwickeln. Auch spezialisierte KI-ASICs könnten langfristig eine ernsthafte Bedrohung für das GPU-Geschäft darstellen. Ein weiterer Risikofaktor ist die hohe Unternehmensbewertung. Mit einem KGV von über 50 handelt NVIDIA auf einem Niveau, das nur durch kontinuierlich starkes Wachstum zu rechtfertigen ist. Für den Swingtrader lassen sich die Erkenntnisse sehr gut in einer SWOT-ähnlichen Übersicht verdichten und direkt als Entscheidungshilfe nutzen:

  • Stärken: Führende KI-Technologie, enge Kundenbindung, solides Finanzprofil.
  • Schwächen: Abhängigkeit von China, Lieferengpässe, Zyklizität der Branche
  • Chancen: Expansion von KI, Quanten- und Edge-Computing.
  • Risiken: Exportverbote, wachsender Wettbewerb, Eigenentwicklungen großer Kunden, Konjunkturrisiken.

4. Gesamtbewertung

Am Ende verdichtet GPT-5 die vielen Einzelaspekte zu einem klaren Gesamtbild. Für NVIDIA heißt das fundamentale Stärke im Zukunftsmarkt KI sorgt langfristig für bullische Aussichten, gleichzeitig macht die hohe Bewertung den Kurs anfällig für Rücksetzer, sobald negative Nachrichten auftreten oder der Hype nachlässt. Gerade für Swingtrader liegt hier der Nutzen, denn das Modell hilft, Chancen und Risiken nicht isoliert, sondern im Zusammenhang zu betrachten. Wer kurzfristig handelt, kann mit dieser Einordnung gezielter auf mögliche Korrekturen oder Gewinnmitnahmen reagieren. Wer mittelfristig investiert bleibt, erkennt zugleich, warum NVIDIA strukturell gut positioniert ist und langfristig Potenzial hat. GPT-5 liefert damit nicht nur Informationen, sondern einen Orientierungsrahmen, der Tradern hilft, ihre Strategie besser an Marktumfeld und Zeithorizont anzupassen. Außerdem taugt das Modell als Sparringspartner, ein digitaler Gegenpart, der die eigene Sichtweise hinterfragt und Analysen robuster macht. Genau darauf gehen wir im nächsten Abschnitt noch näher ein.

GPT-5 als kritischer Sparringspartner im Trading-Alltag

Neben der Fähigkeit, ein vollständiges Analysebild zu liefern, kann man GPT-5 auch als intelligenten Sparringspartner nutzen. In dieser Rolle hilft das Modell, die eigene Analyse zu überprüfen, blinde Flecken zu erkennen und alternative Sichtweisen einzunehmen. Schon GPT-4 wurde von vielen Tradern als nützlicher „Gegenpart“ geschätzt, wenn es um Bewertungsfragen oder das Verständnis komplexer Zusammenhänge ging. Mit der neuen Generation ist diese Funktion noch leistungsfähiger. Man kann dem System zum Beispiel die eigene Investmentthese schildern, z. B. in Stichpunkten oder in Form eines kurzen Aufsatzes und es darum bitten, diese kritisch zu hinterfragen. Eine mögliche Eingabe wäre etwa: „Hier ist meine Analyse zur NVIDIA-Aktie: [Zusammenfassung]. Welche möglichen Schwachstellen hat meine Argumentation?“ In diesem Fall übernimmt GPT-5 die Rolle des „Devil’s Advocate“ und zeigt vielleicht auf, dass Gefahren wie die Abhängigkeit vom China-Geschäft oder die Konkurrenz durch interne Chips großer Cloud-Anbieter nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ebenso kann man das Modell gezielt nach Gegenargumenten fragen: „Nenne mir drei Gründe, warum meine positive Einschätzung zu NVIDIA falsch sein könnte.“ Auf diese Weise bekommt man mögliche Bear Cases geliefert, die man selbst vielleicht übersehen hätte.

Umgekehrt lässt sich GPT-5 nutzen, um nach neuen Impulsen zu suchen: „Welche Wachstumsmöglichkeiten für NVIDIA habe ich in meiner Analyse noch nicht beleuchtet?“ Oft bringt das System dann frische Perspektiven ein z. B. NVIDIAs Rolle im Metaverse oder beim autonomen Fahren, die man noch nicht berücksichtigt hat. So macht man die eigene Analyse nicht nur vollständiger, sondern auch belastbarer. GPT-5 dient dabei wie ein zweites Paar Augen, das die Argumentation aus einer anderen Perspektive prüft, Optimismus und Pessimismus ins Gleichgewicht bringt und die Entscheidungsbasis für Trader stärkt.

Essenziell ist es dabei, das Modell richtig anzuleiten (Stichwort Prompting). Wenn man GPT-5 ausdrücklich bittet, in die Rolle eines strengen Analysten zu schlüpfen, der sich ausschließlich auf belegbare Fakten stützt, fällt die Kritik in der Regel deutlich fundierter aus. Ebenso kann es hilfreich sein, das System nach einer Priorisierung der genannten Faktoren zu fragen. So erfährt man, welche Aspekte es als besonders relevant einstuft. Auf diese Weise gewinnt man nicht nur zusätzliche Argumente, sondern auch eine klarere Orientierung  und gerade für Swingtrader entsteht so eine fundierte Basis, um kurzfristige Marktentwicklungen klarer zu bewerten und entsprechend zu handeln. Damit du sofort loslegen kannst, haben wir im nächsten Abschnitt einige konkrete Beispiel-Prompts zusammengestellt, die sich direkt für deinen Trading-Alltag nutzen lassen.

Die Grenzen des Modells – und warum der Mensch unverzichtbar bleibt

So mächtig GPT-5 auch ist, Trader sollten sich bewusst machen, dass das Modell kein Allheilmittel ist. Es bleibt ein Werkzeug mit klaren Limitierungen:

  • Kein Echtzeit-Zugang: GPT-5 arbeitet mit einem festen Wissensstand. Aktuelle Marktbewegungen, Insiderinfos oder exklusive Datenbanken stehen ihm nicht direkt zur Verfügung.
  • Veralteter Wissensstand: Ereignisse nach dem Trainingsstichtag kennt das Modell nicht. Ohne zusätzliche Datenanbindung bleibt die Analyse auf historische Informationen begrenzt.
  • Halluzinationen & Scheingenauigkeit: GPT-5 kann falsche Fakten formulieren. Da die Sprache jedoch sehr überzeugend klingt, steigt das Risiko, unkritisch fehlerhafte Inhalte zu übernehmen.
  • Bias & Perspektive: Wie jedes KI-Modell trägt auch GPT-5 die Vorurteile seiner Trainingsdaten mit sich. Es ist daher nicht vollständig neutral.

⚠️ Die Ergebnisse von GPT-5 sind wertvolle Impulse und können deine Analyse strukturieren und beschleunigen. Sie ersetzen aber nicht das eigene kritische Denken, das Einordnen in aktuelle Kontexte und die finale Handelsentscheidung.

So fragst du GPT-5 richtig: Beispiel-Prompts für deine Aktienanalyse

Zum Abschluss noch einige konkrete Beispiel-Prompts (NVIDIA), wie du GPT‑5 im Trading-Kontext einsetzen kannst. Diese Fragen lassen sich auf Deutsch oder Englisch stellen und liefern schnelle, relevante Analysen:

1. News-Check

👉 „Fasse die wichtigsten Punkte aus dem jüngsten NVIDIA-Quartalsbericht zusammen und erkläre, was das für die Aktienbewertung bedeutet. Ergänze anschließend die aktuelle Nachrichtenlage (Produkte, Marktumfeld, Politik, Wettbewerb) der letzten Tage und analysiere, wie beides zusammen den Aktienkurs kurzfristig beeinflussen könnte.“

2. SWOT-Analyse

👉 „Erstelle eine SWOT-Analyse für NVIDIA auf Basis der neuesten verfügbaren Informationen. Gehe dabei auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ein – mit Fokus auf Punkte, die für Swingtrader innerhalb der nächsten Wochen relevant sein können.“

3. Bewertung im Vergleich

👉 „Vergleiche die Bewertung von NVIDIA (KGV, KUV, PEG, Wachstum) mit 2 Wettbewerbern sowie mit dem Branchendurchschnitt. Gib mir eine Einschätzung, ob NVIDIA aktuell teuer oder günstig erscheint – und erkläre die Gründe dafür.“

4. Sparringspartner / Gegenargumente

👉 „Hier ist meine Einschätzung zur NVIDIA-Aktie: [dein Text]. Übernimm die Rolle eines kritischen Analysten. Welche Risiken, unbeachteten Faktoren oder Gegenargumente siehst du? Stütze dich dabei nur auf belegbare Daten und Fakten.“

Die Beispiele verdeutlichen, das GPT-5 zur Datenauswertung, Einordnung aktueller News oder auch als kritisches Korrektiv für die eigene Sichtweise einsetzbar ist. Wichtig dabei ist, die Fragen möglichst präzise und immer mit Kontext zu formulieren. Je genauer der Input, desto relevanter die Antwort. Auf Wunsch kann das Modell sogar im Stil eines professionellen Analysten antworten – mit Überschriften, Aufzählungen und einem Fazit – und liefert damit einen Kurzbericht, der einer Research-Note sehr nahekommt.

Unser Fazit: KI ersetzt nicht den Verstand, aber sie beschleunigt ihn

GPT‑5 kann für Swingtrader zu einem echten Game-Changer werden. Von der raschen Auswertung von Quartalszahlen über die Einordnung von News bis hin zur Bewertung von Kennzahlen. Das Analysemodell bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die eigene Aktienanalyse schneller, fundierter und vielseitiger aufzubauen. Am Beispiel NVIDIA zeigt sich, wie eine KI-gestützte Analyse sowohl Chancen als auch Risiken in kurzer Zeit klar herausarbeiten kann, was Tradern einen wertvollen Informationsvorsprung verschafft.

Doch: KI ersetzt kein menschliches Urteilsvermögen. Eine GPT-Analyse liefert eine wertvolle Basis, doch das finale Investmenturteil erfordert immer noch die eigene Einschätzung, Strategie und Erfahrung. Zudem sind KI-Modelle fehleranfällig und keine Finanzberater.

Richtig eingeordnet ist GPT-5 vor allem eines: ein mächtiger Assistent, der Zeit spart, Struktur bringt und dir neue Perspektiven eröffnet. Mit gesundem Menschenverstand ergänzt, macht es deine Analyse klarer, schneller und oft auch besser. Kurz gesagt: KI ersetzt nicht den Verstand, aber sie bringt Struktur, Tempo und bessere Entscheidungen in deine Investmentstrategie.

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Ausprobieren von GPT‑5 in deiner nächsten Aktienanalyse!


Quellen: Die im Text genannten Informationen stammen aus öffentlichen Analystenberichten, Finanzblogs und Nachrichtenquellen. Diese liefern kontextuelle Fakten und Beispiele, um die Fähigkeiten von GPT‑5 im Trading-Umfeld anschaulich zu machen. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben; es handelt sich nicht um Anlageberatung.

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