Newsletter #8: Schwache Konsumenten, Tarife und steigendes Risiko

Willkommen zurück zur achten Ausgabe des Newsletter! Diese Woche übernimmt Johann für euch den Newsletter – und wir starten sofort rein mit der…

Headline der Woche
Schwache Konsumenten und anhaltende Tariffs
In der vergangen Woche ist viel am Markt passiert. Logistikunternehmen fallen stark, die Ratio zwischen SPY (S&P ETF) und TLT (ETF für 20-jährige Staatsanleihen) fällt um -1,4% und Renditen der 2, 10 und 30 jährigen Staatsanleihen fallen.

  1. Logistikunternehmen wie FedEx sind am Freitag stark gefallen. Diese Unternehmen werden oftmals als Indikator für den stärke der Konsumenten genommen und dementsprechend auf für das Wirtschaftliche Wachstum.
  2. Die Ratio zwischen SPY und TLT zeigt das Verhältnis der relativen Stärke von Aktien gegenüber Anleihen. Wenn dieses Ration fällt, werden Anleihen gegenüber Aktien attraktiver. Daraufhin kommt es dann zu Umschichtungen in den „sichereren Hafen“ namens, Anleihen.
  3. Das langlaufende Anleihen „cracked“ (gefallen) sind, spielt der vorherigen Aussage in die Karten. Anleihen Renditen fallen, sobald die Nachfrage danach steigt. Auch dieses Fakt, deutet auf eine Angst von Wirtschaftlicher Schwäche hin. Ob sich diese bewahrheitet, werden wir in den kommenden Tagen/Wochen sehen.

Fallende Anleihen Rendite = Umschichtungen von anderen Assets in Anleihen

Saisonalität – Haben wir das Top erreicht?

Die Saisonalität deutet zumindest darauf hin. In den vergangenen Jahren kam es gegen Ende Februar häufig zu einer Marktkorrektur. Auch in diesem Jahr könnten wir eine ähnliche Entwicklung sehen, zumal geopolitische und wirtschaftliche Faktoren – insbesondere durch Trump – für Unsicherheit sorgen.

Nicht ohne Grund filtert Juri derzeit hochgehandelte Tech-Werte aus seinem Portfolio um bei einer kommenden Korrektur einige der Titel wieder einzusammeln.

S&P 500 Seasonality Chart

COT-Daten

Die COT-Daten haben sich etwas „gelockert“ – das heißt, die Commercials sind aktuell weniger gehedged. Dies könnte darauf hindeuten, dass sie sich nicht aktiv auf eine mittelfristige Korrektur vorbereiten, sondern mit weiteren Kurssteigerungen rechnen. Bedeutet das, dass eine Korrektur ausgeschlossen ist? Natürlich nicht. Dennoch gilt: Wer erfolgreich handeln will, sollte sich an den großen Marktteilnehmern orientieren. In diesem Kontext sind mittelfristige Short-Positionen als besonders risikoreich einzustufen.

COT-Daten S&P500 Net positions

VIX – Volatilität

Der VIX hat im laufe der Woche immer weiter an Wert zugelegt. Dementsprechend sind die Indizes weiter Korrigiert. Mit dem Spike an Freitag, stand der S&P auf der Woche gesehen bei -1,78%. Die Unsicherheit am Markt ist vor allem dem unsicheren Status der „Tariffs“ zustande gekommen

Vix-Index

Sektor Buybacks

Man sieht, dass die Finanzbranche am meisten Aktien zurückkauft, gefolgt von den Bereichen Kommunikation und Gesundheitswesen. In der Mitte liegen auch Tech und Industrie, während die Versorger und der Materialbereich bei den Rückkäufen eher zurückhalten. Das bedeutet, dass Unternehmen in den Spitzenbereichen gerade viel Geld an ihre Investoren ausschütten oder ihre Aktien für günstig halten. Andere Sektoren wie die Versorger tun sich wegen ihrer hohen Investitionskosten schwerer mit großen Rückkäufen.


Wenn man sich den Chart anschaut, sticht der Finanzsektor sofort ins Auge: Dort sind die angekündigten Aktienrückkäufe mit Abstand am größten. Dahinter kommen Communication Services und Health Care, die ebenfalls ordentlich zulangen. Im Mittelfeld finden sich Tech und Industrials, während Utilities und Materials eher sparsam unterwegs sind. Der Chart zeigt, dass der Finanzsektor bei den angekündigten Aktienrückkäufen klar an der Spitze liegt, gefolgt von Communication Services und Health Care. Im Mittelfeld rangieren u. a. Tech und Industrials, während Utilities und Materials sowohl absolut als auch prozentual am wenigsten Rückkäufe ankündigen. Dies deutet darauf hin, dass vor allem Unternehmen aus den Spitzen-Sektoren aktuell große Überschüsse an ihre Aktionäre ausschütten oder ihre Aktien als unterbewertet einstufen, während Sektoren mit hohen Investitionsanforderungen (z. B. Utilities) eher zurückhaltend sind

Announced vs. actual Buybacks

Hier nochmal ein Beispiel-Chart für den Unterschied zwischen Angekündigten und umgesetzten Buybacks. Im Schnitt werden 79% der Angekündigten Buybacks auch wirklich durchgeführt.

Dealergamma

Das Dealergamma ist im laufe der Woche auf Tiefs von August 2024 gefallen. Negatives Dealergamma bedeutet, dass Institutionelle den Markt mit ihren Hedges nicht mehr stabilisieren, sondern die Bewegungen eher verstärken.

Dealergamma; Quelle: Macrocharts

Buybacks

Ein Großteil der Unternehmen im S&P befinden sich gerade in der Phase in welcher sie ihr Angekündigten Buyback Programme durchführen können. Nach Donnerstag gehört auch NVIDIA dazu, wodurch ein weiterer TECH-Gigant seine Aktien zurückkaufen kann.

Distribution of S&P 500 buybacks

CTA (Trendfolger-Modelle)

Die CTAs sind in der vergangenen Handelswoche auf den Short Train aufgesprungen. Ihr seht, dass wir meistens nur sehr selten länger im „MAX CROWDED SHORT“ Bereich sind, abgesehen vom Bärenmarkt 2022, weshalb es jetzt wieder zur kleinen „Regeneration“ am Markt kommen kann.

Core Trend Momentum Model (CTA Positioning) Quelle: Macrocharts

Daten kommende Woche

Bundestagswahlen: Heute Abend werden wir vermutlich das Ergebnis der Bundestagswahlen bekommen. Laut Michael Hartnett (von der BofA) wird das Ergebnis nicht zu Gewinnmitnahmen führen. Stattdessen werden die kommenden Entwicklungen rund um die Ukraine-Friedensgespräche relevant.

CB Consumer Confidence Data: Dienstag

NVIDIA Earnings: Kommenden Mittwoch wird Nvidia ihre Earnings veröffentlichen. Wie diese abschneiden, werden wir euch natürlich hier mitteilen.

US Q4 GBP Data: Donnerstag

Macros: Am Freitag werden die *deutschen *Inflationszahlen für Januar, sowie die PCE Inflationszahlen der USA für Januar veröffentlicht.

Diese Events können (werden) den Markt bewegen, also Vorsichtig sein!

…und damit wünsche ich euch einen guten Start in die Woche, bis zur nächsten Ausgabe!

Euer Johann