Newsletter #25: Geopolitische Eskalation erhöht die Unsicherheit an den Märkten
Einen schönen Sonntag und sonnige Grüße aus Lissabon wünscht die Redaktion! Willkommen zur fünfundzwanzigsten Ausgabe unseres Newsletters, liebe Leserinnen und Leser!
Die vergangene Handelswoche ist volatil gestartet und war im “Griff” des großen Optionenverfalltags. Weiterhin ist vor allem der WTI-Crude Ölpreis durch den Iran/Israel Konflikt stark gestiegen und die US-Indizes büßten zum Ende der Woche einige Punkte ein. Bis zur FOMC Sitzung am Mittwoch lief ein Großteil der Märkte sehr langsam bzw. “choppy” daher, aber auch dieses “Event” konnte keine neuen Impulse setzen, denn Jerome Powells Pressekonferenz im Anschluss war eine träge Veranstaltung. Bevor wir aber zu unserem, in der Regel, ersten Punkt des Newsletter kommen, gehen wir kurz auf die neusten Entwicklungen im Nahen-Osten ein.
“Fardow is gone”
Das teilte der US-Amerikanische Präsident in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf X (ehemals Twitter). Am 22.06 (Deutscher Zeit) haben drei B-2 Bomber die wichtigsten Iranischen Anlagen zur nuklearen Anreicherung vollständig zerstört. Diese Aktion zieht die USA direkt in den Krieg zwischen Israel und dem Iran. Wir beziehen hier keine politische Meinung und werden daher nur auf den Einfluss der Märkte eingehen.

Indizes: Bislang haben die Indizes (S&P, Nasdaq und Dow) eher bearish auf Kriegs-News reagiert. Auch jetzt lässt sich schon sagen, dass wir am Montag mit einem Down-Gap starten werden.
Gold/Öl: Beides “sichere Häfen” in Zeiten von Unsicherheit, Angst und Krieg. Wir gehen, im Gegensatz zu den Indizes, am Montag von einem Up-Gap aus. Abhängig davon wie sich die Kriegs-Lage Entwickelt, könnte aus Kurz- /Mittelfristig zu steigenden Kursen kommen. Wie genau wir dies Handeln, wird nur in der Community vermittelt.
Wochenperformance
Wie eben schon beschrieben, ist die Woche (abgesehen vom Montag) durch das Zins-Event (FOMC) sehr ruhig verlaufen und die Indizes haben mehr oder weniger Break-Even die Woche geschlossen.

CME FED-WATCH
Wie erwartet, hat die FED keine Änderungen vorgenommen und der Basiszinssatz bleibt vorerst bei 425-450 Basispunkten.
Aktuelle Umfragen zeigen, dass schon jetzt nur etwa 10% davon ausgehen, dass beim Nächsten Meeting (am 30. Juli) die Zinsen gesenkt werden. “Schon jetzt” schreibe ich, da es eher üblich ist, mit höheren Erwartungen an das nächste Event heranzugehen, wenn die Zinsen (wie am Mittwoch) unverändert bleiben. Das selbe Szenario haben wir nach dem vergangenen FOMC-Event sehen können. Dort lagen die Erwartungen an eine Senkung bei ca. 17% bis es dann kurz vor der Bekanntgabe auf unter 1% gesunken ist. Wir sind gespannt wie sich die Erwartung im Laufe der nächsten Wochen Entwickelt. Die Relevanten Updates diesbezüglich findet ihr natürlich, wie immer, hier im weekly Newsletter.

SAISONALITÄT
Diesmal habe ich euch die Saisonalität von einer anderen Software mitgebracht. In der aktuellen Grafik seht ihr den durchschnittlichen Verlauf der vergangenen 25 Jahre. Wenn wir uns an dieser orientieren, folgt Ende Juni eine kurzfristige Bodenbildung. Bis dahin könnten die Indizes (Nasdaq, S&P und DOW) noch etwas durchatmen. Ob und vor allem wie wir die Chancen dann nutzen werden, erfahren unsere Member natürlich immer direkt in der Community

COT-DATEN
Die aktuellen Daten zeigen endlich wieder eine signifikantere Änderung in den Positionierungen. Die Commercials sind weiterhin netto long und haben ihre Absicherungs-Shorts deutlich zurückgefahren. Nach wie vor, glauben die Hedger also (mit den uns zur Verfügung stehenden Daten) an kurzfristig steigende Kurse oder möchten an diesen partizipieren.
Auch die Kleinanleger (Retailer) sind weiterhin long. “Problem” aktuell ist, dass die Retailer in der Regel als “Dumb Money” angesehen werden und demnach ein Kontraindikator sind. Dieser Verlauf kann sich jedoch auch um einige Wochen bis Monate ziehen, dh. eine Reaktion muss folglich nicht gleich Morgen eintreten.
Retailer stark Long= Wir wollen Short gehen
Retailer stark Short= Wir wollen Long gehen
Das Zusammenspiel aus extremen Shorts bei den “Large Speculators” und den Longs bei den “Small Traders” deutet auf etwas höhere Volatilität und einer möglichen scharfen Gegenreaktion bei News hin.

MARTAUSBLICK
Näheres zu den COT Daten, FED-Watchtool, Indizes und vielem mehr gerne im mittlerweile 14. MARKTAUSBLICK auf unserem YOUTUBE-Channel entnehmen. Hier nochmal der Link.
VIX-VOLATILITÄT
Diese Woche hat sich der VIX oberflächlich betrachet kaum bewegt, ähnlich wie die Indizes selbst (Wochenschlussbasis). Jedoch schaue wir unter die Oberfläche, sehen wir dass es fast täglich stärkere Ausschläge gegeben hat. Dies liegt an dieser doch etwas speziellen Woche.
Ein FOMC-Meeting ist fast immer ein Event, dass die Märkte stärker bewegt. Wenn Dann noch zeitgleich der große Optionenverfallstag ansteht, wird daraus ein “volatiler Cocktail” der für erratische Bewegungen sorgt. Die Woche bewegt sich der Markt in der Regel nicht spürbar, mehr ein „choppy” hin und her. Das liegt vor allem daran, dass viele Marktteilnehmer den Verfall der Optionen sowie das FOMC-Event abwarten und basierend darauf, ihre Investitionsentscheidungen treffen.
Wenn es also, wie bei der Saisonalität ersichtlich wurde, eine kurzfristige Korrektur einsetzt, würde der VIX weiter ansteigen. Rein technisch befinden wir usn seit knapp 2 Wochen in einer möglichen, kurzfristigen Topbildung.

Globaler Vergleich zur Positionierung der Haushalte in Aktien
US-Haushalte haben mit fast 49% die Hälfte ihres Vermögens in Aktien investiert. In den anderen großen Wirtschaftsräumen liegt dieser Anteil dagegen nur bei rund 9-13% (Japan 13%, UK 10%, EU10% und China 9%).
Japan, UK, EU und China setzen deutlich stärker auf Immobilien, Bargeld oder festverzinsliche Anlagen während US-Haushalte mehr Kursrisiko eingehen aber auch stärker an Rallys partizipieren. Sollten sich Pensionssysteme reformieren oder sich die Anlegermentalität ändern, könnten Aktienquoten in Japan, EU, UK und China deutlich steigen.

Global Flows to Equities
- Hellblaue Linie: Langfristiger Trend (1 Jahres-Gleitender Durchschnitt)
- Dunkelblaue Linie: Kurzfristige Schwankungen (4-Wochen-Gleitender Durchschnitt)
Das Große Geld kauf weiterhin, aber kurzfristig kommt es zu spürbaren Abflüssen. Das spricht für eine anhaltende Unterstützung für die Märkte auf mittlere Sicht, jedoch erhöhte Volatilität und potenzielle Konsolidierungen in den kommenden Wochen.

FEAR & GREED INDEX
Der Fear & Greed Index ist im laufe der Woche etwas gesunken. Der Wert ist von 60 (Vorwoche) auf 55 gesunken. Dies deutete auf zunehmende Skepsis der Marktteilnehmer hin. Vor allem die Konflikte im Nahen-Osten sorgen für Bedenken und Unsicherheit und im Endeffekt ist es genau das, was diesen Index bewegt.

INSIDER
Ein Blick auf die aktuellen Insider-Transaktionen zeigt ein auffälliges Bild – vor allem auf der Verkaufsseite:
Auffällig hohe Verkäufe:
- Dave (DAVE): 5 Insider, 332 914 Aktien für 70,6 Mio$
- Roblox (RBLX): 4 Insider, 634 075 Aktien für 63,2 Mio$
- Zscaler (ZS): 7 Insider, 157 583 Aktien für 47,5 Mio$
- Karat Packaging (KRT): 2 Insider, 1,5 Mio Aktien für 40,5 Mio$
Auffällig hohe Käufe:
- Mach Natural Resources (MNR): 1 Insider, 525 529 Aktien für 7,6 Mio$
- AirSculpt Technologies (AIRS): 1 Insider, 1 000 000 Aktien für 5,05 Mio$
- Hudson Pacific Properties (HPP): 14 Insider, 1,15 Mio Aktien für 2,56 Mio$
- Robinhood Markets (HOOD): 1 Insider, 26 000 Aktien für 2,0 Mio$
Hier seht ihr das Kauf-/Verkaufsvolumen gegenübergestellt. Während das gesamte Käufervolumen der Top 20 gerade einmal bei 25 Mio$ liegt, überschatten die Verkaufsvolumen der Top 20 mit um die 700 Mio$.
Aktuell gibt es eine klare Tendenz zu Netto-Verkäufen. Da die Sektoren der Unternehmen relativ gemischt sind, spricht der aktuell hohe Verkaufsdruck in der Marktbreite erfolgt, besteht erhöhte Vorsicht am Markt.

MACRO-DATEN und EVENTS
Die wichtigsten US-Daten kommende Woche:
Montag, 23.06.
- 🕝 15:45 Uhr – Manufacturing PMI (Jun)
- 🕝 15:45 Uhr – Services PMI (Jun)
- 🕝 16:00 Uhr – Existing Home Sales (May)
Dienstag, 24.06
- 🕝 16:00 Uhr – CB Consumer Confidence (Jun)
- 🕝 16:00 Uhr – Fed Chair Powell Speaks
Mittwoch, 25.06.
- 🕝 16:00 Uhr – Fed Chair Powell Speaks
- 🕝 16:00 Uhr – New Home Sales (May)
- 🕝 16:30 Uhr – Crude Oil Inventories
Donnerstag, 26.06.
- 🕝 14:30 Uhr – Durable Goods Orders (MoM)
- 🕝 14:30 Uhr – GDP (QoQ)
- 🕝 14:30 Uhr – Initial Jobless Claims
Freitag, 27.06.
- 🕝 14:30 Uhr – Core PCE Price Index (MoM)
- 🕝 14:30 Uhr – Core PCE Price Index (YoY)
Diese Woche stehen wieder relativ viele “High Impact News” an. Der Grund dafür, dass J Powell (Fed Chair) diese Woche zweimal spricht ist, dass er seinen Monetary Policy Report zweimal Jährlich vor beiden Kammern des Kongresses hält. Einmal am Dienstag, vor dem House Financial Services Comittee (Repräsentantenhaus) und Mittwoch vor dem Senate Banking, Housing, and Urban Affairs Committee (Senat).
FED-SPEAKER
Hier habt ihr, wie gewohnt, die Übersicht der FED-Termine für die kommende Woche. Diese sind, im Gegensatz zu “MACRO-Daten und Events” nicht in der Deutschen Zeit angegeben sondern orientieren sich an der Zeitzone der FED (USA).

EARNING SEASON
Vor allem FedEx steht in der kommenden Woche im Vordergrund da die Earnings dieses Unternehmens auch viel über das Verhalten der Konsumenten aussagt. Zudem berichten Unternehmen wie der gestrauchelte Riese Nike, der Chiphersteller Micron sowie Jefferies auf die das Auge der Finanzwelt in der kommenden Woche geworfen wird.
Die Termine sowie weitere Unternehmende Unternehmen findet ihr in der beistehenden Grafik.

Damit sind wir für diese Woche auch bereits durch. Die Märkte bleiben angespannt, und gerade in geopolitisch heiklen Zeiten wie diesen ist Vorsicht gefragt. Hoffen wir, dass sich die Lage im Nahen Osten nicht weiter zuspitzt und diplomatische Kanäle hierfür genutzt werden.
Wir wünschen euch allen eine erfolgreiche Handelswoche und den Menschen im Nahen Osten einen hoffentlich schnellen Frieden!
Wir sehen uns nächsten Sonntag wieder, vielen Dank fürs Lesen und dabeibleiben,
Eure GREY CAPITAL-Redaktion
