GREY BRIEFING #06: Arbeitsmarkt & Nvidia schwach, Broadcom stark und Lululemon bricht ein
Willkommen zurück, liebe Leserinnen und Leser, zum sechsten GREY BRIEFING!
Die vergangene Woche hatte es in sich. Schwache US-Arbeitsmarktdaten sorgten für Bewegung auf der Makro-Seite und brachten die Diskussion um Zinssenkungen erneut in den Vordergrund. Auf Unternehmensseite lieferten Broadcom mit einem starken Ausblick und Nvidia mit ersten Bremsspuren ein gemischtes Bild im Tech-Sektor. Auch abseits davon gab es deutliche Ausschläge, etwa mit den Lululemon Earnings, die die Aktie kräftig unter Druck geraten ließ.
Alles in allem also eine Woche, die zeigt, wie dünn die Luft an den aktuellen Marktständen ist und wie sensibel die Kurse auf Daten und Unternehmensnachrichten reagieren. Wir schauen uns wie immer die Lage im Detail an und starten mit der…
WOCHENPERFORMANCE
Die Märkte haben in dieser Woche eine kleine Achterbahnfahrt hingelegt. Nach dem schwachen Start zum Monatsanfang, der alle großen Indizes erstmal ins negative drückte, setzte sich ab Mitte der Woche eine Erholung durch. Besonders die Technologie-Werte zogen Dank der guten Broadcom Zahlen an, was die Nasdaq mit +0,73 % klar an die Spitze setzte. Auch der Russell 2000 konnte mit +0,65 % überzeugen und zeigte auch in dieser Woche, dass wir in Small-Caps weiterhin Kaufinteresse sehen. Der S&P 500 schaffte es mit einem leichten Plus von +0,22 % knapp ins Grüne, während der Dow Jones als einziger mit -0,22 % die Woche im Minus beendete. Die Rally wird weiter von der Tech-Seite getragen, während klassische Valuewerte hinterherhinken. Insgesamt bleiben die Bewegungen überschaubar.
Außerdem gibt es frischen Wind im S&P 500!
Mit AppLovin, Robinhood und EMCOR steigen drei neue Werte in den Index auf. Solche Änderungen sind für die betroffenen Aktien oft echte Kurstreiber und genau das haben wir nachbörslich gesehen: AppLovin und Robinhood legten jeweils rund 7 % zu, EMCOR kletterte über 3% nach oben. Sobald eine Aktie in den S&P 500 aufgenommen wird, müssen oft unzählige ETFs und Fonds, die den Index abbilden, diese Titel automatisch auf die entsprechende Gewichtung im Index aufstocken (Wenn nicht zum Teil im Vorfeld geschehen). Dadurch entsteht kurzfristig eine hohe Nachfrage – und die Werte steigen.

CME FED-WATCH
Das nächste FOMC-Meeting rückt immer näher und am 17. September wird die FED ihre Entscheidung zum nächsten Zinskurs verkünden. Nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten (höhere Arbeitslosenquote) ist die Erwartung an eine Zinssenkung nochmal deutlich angesprungen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Ratecut liegt aktuell bei 100 %, nachdem sie letzte Woche bereits von 75 % auf 86 % hochgesprungen war. Neben den einfachen 0.25 Basispunkten rechnen sogar 11 % der Stimmen mit einer “doppelten” Zinssenkung auf einen Korridor von 375-400 BPS.
Die Fed steht unter Druck. Ein Arbeitsmarkt, der anfängt zu schwächeln, nimmt ihr die Argumente für eine längere Straffung. Der Markt setzt daher fast geschlossen auf einen dovishen Powell in September, die Frage dreht sich längst nicht mehr ums Ob, sondern um das Tempo der Zinssenkungen.

SAISONALITÄT
Der S&P 500 liegt Year-to-Date aktuell rund +12 % im Plus (rote Linie) und damit klar über dem 5-, 10- und 15-Jahres-Durchschnitt. Wir sehen also erneut ein Jahr, das deutlich stärker läuft als das historische Mittel.
Spannend bleibt es im laufenden Monat September: Historisch schwächeln die Märkte in dieser Phase gerne, bevor im Oktober meist die nächste Aufwärtsbewegung einsetzt. Genau dort stehen wir jetzt. Das Risiko einer Konsolidierung ist saisonal gesehen sehr wahrscheinlich, auch wenn die Märkte weiterhin nahe der ATHs taxieren.
Ein Korrektur in den kommenden Wochen wäre somit kein Bruch des langfristigen Aufwärtstrends, sondern würde sich perfekt in das historische Muster einfügen und wäre auch sehr Willkommen. Sollten wir keine Korrektur im Herbst sehen und marschieren einfach weiter, wäre dies als negativ zu betrachten. Für alle Neugierigen unter euch: Das Jahr 2018 dient hierbei als gutes Beispiel wie es zum Jahresende laufen kann…

DELTA MARKET SENTIMENT
Der Delta Market Sentiment Index liegt aktuell bei 65,4 % und damit im bullischen Bereich. Rund zwei Drittel der Aktien handeln oberhalb ihres mittelfristigen Moving Average, die breite Marktteilnahme ist also, wie auch die Saisonalität zeigt, nach wie vor intakt ist. Schaut man sich den Verlauf an, sehen wir, dass das Sentiment in diesem Jahr bereits mehrere Male zwischen Bullen- und Bärenzone gependelt ist. Nach den Einbrüchen im Frühjahr hat sich das Bild aber stabilisiert und bleibt seit Monaten überwiegend bullisch. Ein Wert von über 60 % signalisiert, dass nicht nur einzelne Schwergewichte den Markt treiben, sondern eine breite Basis an Aktien mitzieht. Genau das stärkt die Rally.
Historisch gilt auch hier, je höher das Sentiment, desto anfälliger wird der Markt für Rücksetzer. Werte jenseits der 70 % haben sich oft als Vorboten für Korrekturen herausgestellt. Das Delta-Sentiment unterstützt aktuell den Aufwärtstrend, zeigt aber auch, dass die Luft dünner wird. Solange wir über 50 % bleiben ist die Struktur bullisch, darunter würde sich das Bild schneller eintrüben.

ÜBERGEORDNETE EINORDNUNG DES MARKTES
Die Grafik von Morgan Stanley zeigt eindrucksvoll, wie robust sich die Märkte trotz der Handelsstreitigkeiten und der ganzen Welle an neuen Zöllen gehalten haben.
Seit Jahresanfang gab es diverse Zoll-Ankündigungen seitens der Trump-Administration. Von US-Seite kamen Tarife auf China, Kanada, Mexiko und weitere Länder, während China im Gegenzug teils kräftige Gegenzölle verhängt hat. Richtig spannend wurde es mit dem „Liberation Day“ Anfang April: Die laufende schnelle Korrektur stabilisierte sich und der Markt drehte dann genauso rasant nach oben wie er vorher nach unten die Kurse bewegt hat. Überraschend schnell wurden die Belastungen weitestgehend eingepreist. Selbst neue Eskalationsstufen, wie die zusätzlichen 25 % Zölle der USA auf Indien Ende August, haben keien Nennenswerten Korrekturen hervorgebracht. Der Markt: Unstoppable!
Die Investoren fokussieren sich aktuell weniger auf Handelskonflikte und mehr auf Liquidität, Zinsen und Wachstumsaussichten. Selbst ein komplexer geopolitischer Belastungsfaktor wie der Zollstreit wird gerade vom Markt überlagert. Wir sehen also, solange die Trump Politik herrscht, können kurzfristig Zoll-News und Tweets immer wieder für Volatilität sorgen, aber die übergeordnete Marktstimmung bleibt Resilient. Ein wichtiger Reminder, dass Makro-Risiken zwar vorhanden sind, nach unseren Erfahrungen diesen Jahres aber nicht zwangsläufig die Rally brechen müssen, solange das große Gesamtbild intakt bleibt.

COT-DATEN
In dieser Woche haben die Commercials ihre Long-Positionen auf 88.921 Kontrakte reduziert (Vorwoche: 107k). Das „Smart Money“ bleibt also weiterhin auf der Kaufseite, allerdings mit einer etwas geringeren Gewichtung. Das zeigt, dass die Institutionen nach wie vor an der Rally partizipieren möchte, sich dabei defensiver aufstellen.
Auf der Gegenseite haben die Large Speculators ihre Short-Positionen auf -161.060 Kontrakte zurückgefahren (Vorwoche: -187k). Damit ist die Wette gegen den Trend zwar immer noch sehr ausgeprägt, aber etwas weniger aggressiv als zuletzt. Trotzdem bleibt ihre Erwartungshaltung klar: Sie kalkulieren mit einer möglichen Abkühlung.
Die Small Traders halten mit 72.139 Long-Kontrakten ihr Niveau fast stabil (Vorwoche: 80k). Ihr Einfluss ist wie immer begrenzt, sie bleiben bullisch eingestellt und ergänzen das Bild einer grundsätzlich positiven Stimmung im Retail-Segment.
Insgesamt verschiebt sich das Kräfteverhältnis leicht. Die Commercials nehmen ein paar Gewinne auf der LONG-Seite mit und reduzieren hier etwas ihr Risiko, während die Spekulanten ihre Shorts zurückfahren. Wie auch in der letzten Woche beschrieben ist die Geschwindigkeit mit der die Reduktion geschieht für uns sehr wichtig: Diese Entscheidet wie schnell und tief wir in einer Korrektur laufen werden. Wir bleiben weiterhin etwas defensiver aufgestellt und beachten sowohl die COT-Seite als auch andere Technische Signale des Marktes.

ETFs & STOCKS USA
In den USA gibt es mittlerweile mehr ETFs als börsennotierte Einzelunternehmen. Rund 4.400 ETFs stehen aktuell 4.200 gelisteten Firmen gegenüber. Noch vor gut zehn Jahren lag die Zahl der ETFs bei etwas über 1.000, während die Zahl der Unternehmen über den gesamten Zeitraum hinweg relativ stabil blieb und zuletzt sogar leicht rückläufig war. Das zeigt uns sehr interessant wohin die Tendenz auch in Zukunft geht: Retail-Investoren greifen immer stärker zu Index- und Themenfonds, anstatt gezielt in Einzelaktien zu investieren. Das hat weitreichende Folgen. Zum einen fließt immer mehr Kapital in die großen Indizes, was die Kursentwicklung der dort enthaltenen Schwergewichte zusätzlich verstärkt. Zum anderen geraten kleinere Unternehmen zunehmend ins Abseits, weil sie schlicht nicht im Fokus dieser Geld-Ströme liegen.
Diese Entwicklung macht den Markt passiver, momentum-getriebener und auch anfälliger für schnelle Umschwünge, wenn große ETF-Ströme einmal drehen sollten. Für uns als Investoren und Trader ist das wichtig zu verstehen. Denn oft sind es nicht die Unternehmensnachrichten allein die Kurse bewegen, sondern die Kapitalmarktflüsse die durch ETFs entstehen. Wer das im Blick behält, versteht besser, warum die US-Märkte besonders in den letzen 10 Jahren stärker gelaufen sind als der Rest der Welt. Außerdem zeigt uns diese Entwicklung ebenfalls sehr gut auf, wie immer mehr Investoren auf der ganzen Welt zunehmend die Börse als Altersvorsorge etablieren.

MARTAUSBLICK
Näheres zu den COT Daten, FED-Watchtool, Indizes und vielem mehr gerne im mittlerweile 14. MARKTAUSBLICK auf unserem YOUTUBE-Channel entnehmen.
VIX-VOLATILITÄT
Der VIX notiert aktuell bei 15,18 Punkten, ein Anstieg von rund +4,3 % gegenüber der Vorwoche. Spannend ist vor allem der Spike direkt zum Wochenbeginn. Nach dem Labor-Day-Wochenende schoss der VIX zeitweise bis knapp unter die 19er-Marke. Auslöser waren vor allem die schwachen ISM-Manufacturing-Daten, sowie zusätzliche Unsicherheit durch ein Gerichtsurteil im Zusammenhang mit den Trump-Zöllen.
Im weiteren Verlauf der Woche beruhigte sich das Bild wieder, der VIX fiel zurück in Richtung 15. Damit bleibt er weiterhin auf einem historisch sehr niedrigen Niveau, was einerseits Vertrauen und Ruhe im Markt signalisiert, andererseits aber auch die Verwundbarkeit erhöht. Mit Blick auf die saisonal schwächeren September-Wochen müssen wir hier die Entwicklung genau im Auge behalten. Eine zu tiefe Volatilität kippt oft sehr schnell sobald ein neuer Impuls kommt, wie wir diese Woche bereits erfahren durften.

FEAR & GREED INDEX
Der Fear & Greed Index steht aktuell bei 53 Punkten und signalisiert damit ein neutrales Sentiment im Markt. Gegenüber letzter Woche (60, also „Gier“) hat sich die Stimmung deutlich abgekühlt. Vor einem Monat lagen wir ähnlich (55, neutral), und auch im Jahresvergleich zeigt sich ein fast identisches Bild (50, neutral).
Das passt auch zur aktuellen Marktlage. Nach den Nvidia-Zahlen und den schwächeren Arbeitsmarktdaten haben die Anleger zwar nicht in Panik verkauft, aber die Euphorie ist merklich raus. Statt klarer Risikofreude herrscht jetzt ein „abwarten und schauen“ Modus.
Bisher läuft die Rally zwar weiter, aber nicht mehr so euphorisch wie die letzten Wochen. Das Sentiment kippt nicht ins Extreme, sondern bleibt im neutralen Bereich. Genau in solchen Phasen können einzelne Impulse (Jobs, Inflation, Fed-Kommentare) umso stärker wirken, weil der Markt nicht mehr auf „Risk-On“ getrimmt ist.

AKTUELLE INSIDER
Auf der Kaufseite bleibt das Bild wie schon in den Vorwochen eher dünn. Zwar gab es größere Transaktionen bei Eastman Chemical (EMN) mit rund 1,8 Mio. USD und bei Shattuck Labs (STTK) über 5,4 Mio. USD, insgesamt sind das aber keine Schwergewichte für den Gesamtmarkt. Die restlichen Käufe verteilen sich stark auf kleinere Titel und Nischenwerte, also wenig Relevanz für den breiten Markt.
Ganz anders, wie so oft in den letzen Wochen, die Verkaufsseite. Hier sehen wir erneut deutliche Bewegungen bei den Big Playern.
Tesla ($TSLA) – Insiderverkäufe von über 42 Mio. USD
Nvidia ($NVDA) – Abgaben im Wert von rund 38,6 Mio. USD
Apple ($AAPL) – knapp 21 Mio. USD
Carvana ($CVNA) – über 27 Mio. USD
Affirm ($AFRM) – rund 49,7 Mio. USD durch gleich 5 Insider
Dazu kommen weitere signifikante Transaktionen bei Take-Two Interactive (TTWO), Best Buy (BBY) und Intuitive Surgical (ISRG), allesamt im zweistelligen Millionenbereich.
Das Muster bleibt also bestehen. Auf der Kaufseite dominieren kleinere, kaum marktbewegende Namen, während auf der Verkaufsseite die großen Tech- und Wachstumswerte weiter im Fokus stehen. Insider nutzen hier klar die hohen Bewertungen und Realisieren Gewinne.

Das aktuelle Insider-Transactions-Ratio liegt bei 26:1 und damit wieder etwas über der Grenze von 20, ab der man klar von einem bearishen Signal spricht. Das heißt, dass auf einen Kauf aktuell 26 Verkäufe kommen.
Insider nutzen die hohen Bewertungen um stärker Ihre Gewinne mitzunehmen. Verglichen mit der Vorwoche (12:1, neutral/bullish) ist das ein klarer Stimmungsumschwung. Auffällig ist, dass wir ähnliche Spitzen im Ratio auch in der Vergangenheit immer wieder kurz vor Korrekturen gesehen haben. Das Signal wirkt hier eher mittelfristig. Kurzfristig können die Märkte trotz hoher Insiderverkäufe weiterlaufen, aber mittelfristig steigen die Chancen auf eine Abkühlung an.
Die Insider sind also wieder klar bearish, während der breite Markt noch auf einer Euphorie-welle surft.

MACRO-DATEN und EVENTS
Die wichtigsten US-Daten kommende Woche:
Montag, 8. September
🇺🇸 Keine marktbewegenden US-Veröffentlichungen
→ Am Montag stehen in den USA nur weniger beachtete Daten wie die Consumer Inflation Expectations und kurze T‑Bill‑Auktionen an. Es sind daher keine größeren Impulse für die Märkte zu erwarten.
Dienstag, 9. September
🕕 20:00 Uhr – 10‑Year Treasury Note
→ Die Nachfrage nach zehnjährigen Staatsanleihen beeinflusst die Renditen und damit den breiten Zinsmarkt.
🕗 22:30 Uhr – API Crude Oil Stock Change (Woche)
→ Vorläufige Daten zu US‑Rohöllagerbeständen. Unerwartet starke Zu‑ oder Abnahmen bewegen häufig den Ölpreis.
Mittwoch, 10. September
🕓 14:30 Uhr – Produzentenpreisindex (PPI) & Kern‑PPI (Aug)
→ Die PPI‑Daten messen die Preisentwicklung auf Produzentenebene. Steigende PPI‑Werte können auf künftigen Inflationsdruck hinweisen.
🕕 16:30 Uhr – EIA Crude Oil Inventories
→ Offizieller US‑Lagerbericht für Rohöl und Produkte. Relevanter Indikator für Energiepreise und damit auch für Inflations- und Konjunkturerwartungen.
Donnerstag, 11. September
🕓 14:30 Uhr – Verbraucherpreisindex (CPI) & Kern‑CPI
→ Höhepunkt der Woche. Der CPI misst die Preisentwicklung für Verbraucher vor allem durch höhere Unerwartete Abweichungen vom Konsens könnten die Erwartungen an die Zinspolitik der Fed stark verändern.
Freitag, 12. September
🕓 16:00 Uhr – Michigan Consumer Sentiment
→ Vorabmessung des Verbrauchervertrauens. Enthält auch die 5‑Jahres‑Inflationserwartungen Eine sinkende Stimmung könnte sich negativ auf Konsum und Wirtschaftsausblick auswirken.
FED-SPEAKER & EVENTS
Nach dem ruhigen Start in die Woche kommt ab Donnerstag wieder mehr Bewegung durch die Fed-Daten:
📅 Donnerstag, 11. September
⏱️ 18:00 Uhr – Z.1 Financial Accounts of the United States
→ Detaillierte Übersicht über die Vermögens- und Verschuldungslage von Haushalten, Unternehmen und Staat. Gibt Hinweise auf die Stabilität der Finanzmärkte.
⏱️ 22:30 Uhr – H.4.1 Factors Affecting Reserve Balances
→ Spannend für die Liquiditätslage der Banken, ein zentraler Faktor für die Geldpolitik.
📅 Freitag, 12. September
⏱️ 22:15 Uhr – H.8 Assets and Liabilities of Commercial Banks in the U.S.
→ Einblick in Kreditvergabe und Bilanzstruktur der Banken. Wichtiger Frühindikator für mögliche Spannungen im Bankensektor.

EARNING SEASON
Die Berichtswoche diese Woche ist wieder ab Dienstag relevant:
Am Dienstag richtet sich der Blick klar auf Oracle ($ORCL). Der Cloud- und Datenbank-Gigant ist ein Schlüsselwert für den gesamten IT- und Infrastruktur-Sektor und dürfte mit seinen Zahlen die Richtung im Tech-Bereich mitbestimmen. Auch GameStop ($GME) steht auf der Agenda, weniger fundamental relevant, aber als Meme-Stock immer ein Stimmungsfaktor im Retail-Universum.
Mittwoch: Chewy ($CHWY) liefert wichtige Einblicke in E-Commerce- und Konsumtrends, während Synopsys ($SNPS) als Software-Player für die Halbleiterindustrie ein Frühindikator für den Chip-Sektor ist.
Donnerstag: Highlight Adobe ($ADBE). Der Konzern ist bisher kein großer KI-Profiteur und könnte mit seinen Zahlen die Stimmung weit über die eigene Branche hinaus bewegen. Adobe hat seit der Einführung von ChatGPT stark zu kämpfen und droht disruptiert zu werden.
Diese Woche stehen damit ORACLE und ADOBE im Mittelpunkt. Oracle zeigt, wie sich IT-Investitionen im Enterprise- und AI-Bereich entwickeln, Adobe gibt den Takt für den Software-Sektor an.

Damit sind wir auch diese Woche wieder durch. Wir haben uns die wichtigsten MACRO-Daten, die aktuelle Sentimentlage, saisonalen Muster und die Insidertransaktionen angesehen, genug Informationen um gut vorbereitet in die nächste Woche zu starten.
Die Märkte bleiben anfällig für schnelle Richtungswechsel, gerade wenn externe Impulse auf ein überdehntes Sentiment treffen. Umso wichtiger ist es, dass wir flexibel bleiben, um die Datenlage genau im Blick zu behalten.
Wir sehen uns nächste Woche wieder im GREY BRIEFING.
Bis dahin – bleibt diszipliniert und bleibt profitabel!
Eure GREY CAPITAL-Redaktion
