GREY BRIEFING #05: Nvidia-Dämpfer, PCE-Daten & Zinsfantasie
Willkommen zurück, liebe Leserinnen und Leser, zum fünften GREY BRIEFING!
Die vergangene Woche war wieder spannend. Auf der einen Seite sorgte Nvidia mit seinen Quartalszahlen für Schlagzeilen, auf der Anderen zeigten die neuesten PCE-Daten was seitens der MACRO-Front im Fokus stand. Die Hoffnungen auf schnelle und aggressive Zinssenkungen bleiben jedoch weiterhin bestehen, da diese relativ im Rahmen der Erwartungen lagen. Die Sommerwochen quälten sich die Indizes weiter hoch, mit schwachen Impulen die meist Intraday wieder abverkauft werden. Trotzdem sehen wir, dass die Indizes weiter nahe an ihren All-Time-Highs handeln.
Ob und wann sich etwas an der Situation ändern wird? Wir gehen wie jede Woche hierzu die Datenlage durch in unserem Briefing und starten gleich mit der …
Wochenperformance
Die Handelswoche startete vergleichsweise ruhig, bis die Nvidia-Zahlen für Bewegung sorgten. Auf den ersten Blick waren die Ergebnisse stark, doch ausgerechnet die Datacenter-Sparte, eigentlich das Zugpferd des Wachstums, konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen: Das erste mal seit der Einführung von ChatGPT hatte dieser Bereich einen decline von rund 1%. Das bremste die Euphorie rund um die Aktie und drückte die Nasdaq ins Minus.
Im weiteren Verlauf gab es mehrere Anläufe auf neue Hochs. Der S&P 500 markierte sogar ein frisches Allzeithoch um die 6.500 Punkte Marke, bevor die Märkte nach den PCE-Daten wieder nachgaben. Diese fielen etwas höher aus als erhofft und nahmen damit etwas Tempo aus den Zinssenkungsfantasien. Besonders die Tech-Titel gerieten unter Druck, während am Freitag Value- und Small-Caps deutlich stabiler wirkten.

CME FED-WATCH
Das nächste FOMC-Meeting findet am 17. September statt und alle sind gespannt ob die Zinsen “endlich” gesenkt werden. Während die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung in der letzten Woche noch bei 75 % lag, sind wir inzwischen bei über 86 %. Der Markt ist also nach wie vor klar auf der Seite eines September-Cuts, auch wenn die PCE-Daten zuletzt leicht höher ausgefallen sind, als erwartet. Normalerweise würde man denken, dass das den Druck auf die Fed erhöht, länger abzuwarten. Die Marktteilnehmer setzen jedoch auf einen dovishen Powell.

SAISONALITÄT
Saisonal stehen wir jetzt an einem spannenden Punkt. Der S&P 500 liegt Year-to-Date mit rund +12 % klar über dem langjährigen Durchschnitt. Der Markt hat deutlich mehr vorweggenommen, als er es in einem „normalen“ Jahr tun würde.
Historisch gesehen kommt der Markt ab Mitte August bis in den September hinein eher in eine schwächere Phase. Meist sieht man dort Konsolidierungen oder mittelfristige Korrekturen, bevor ab Oktober die nächste große Aufwärtswelle startet, welche statistisch häufig von der Jahresend-Rally abgeschlossen wird. Ein Rücksetzer in den nächsten Wochen wäre also kein Bruch des Trends, sondern sogar „healthy consolidation“ im historischen Muster. Wir bleiben gespannt.
Wir nutzen hierbei das Saisonalitäts-Tool nur als Unterstützung und nicht als alleiniges “Signal”. Achtet daher beim verwenden darauf und gewichtet es nicht als alleinigen Indikator bei eurer Handlungsweise.

COT-DATEN
In dieser Woche haben die Commercials ihre Long-Positionen auf 107.645 Kontrakte ausgebaut. Damit liegen sie weiterhin auf der Kaufseite, wieder stärker zur Vorwoche (98k). Das „Smart Money“ zeigt also weiterhin kein Interesse an Absicherungen auf der SHORT-Seite und baut die LONG-Seite erneut nahe am ATH sogar weiter. Diese hohe Gewichtung lässt weiterhin darauf schließen, dass sie an der laufenden Sommer-Rally partizipieren möchten, jedoch ohne “harte Assets” wie Aktien zu allokieren und damit sehr flexibel agieren können, auch wenn eine Korrektur saisonal statfindet.
Auf der Gegenseite haben die Large Speculators ihre Short-Positionen auf mittlerweile -187.752 Kontrakte weiter verstärkt. Damit positionieren sich die großen Spekulanten noch deutlicher gegen den Trend und preisen eine mögliche Abkühlung oder Korrektur ein.
Die Small Traders bleiben mit 80.107 Long-Kontrakten bullisch und halten ihr Niveau stabil. Ihr Einfluss ist zwar weiterhin begrenzt, aber ihre Haltung ergänzt das Bild einer grundsätzlich positiven Stimmung im Retail-Bereich.
Und auch diese Woche zeigt sich damit ein Bild, dass sich zu den Vorwochen wenig verändert hat: Die institutionellen Investoren möchten flexibel von der Rally profitieren indem Sie erneut verstärkt nur die LONG-Seite bedienen und die spekulativen Marktteilnehmer setzen bereits auf fallende Kurse, indem sie versuchen den nächsten Move der Big Bois vorauszusehen. Solche Konstellationen deuten oft auf eine wachsende Wahrscheinlichkeit für Korrekturen hin, auch wenn der Markt kurzfristig noch weiter steigen kann. Wir verbleiben weiterhin – auch Saisonal bedingt – defensiver bei unserer Positionierung und agieren im kurzfristigen Daytrading.

MARTAUSBLICK
Näheres zu den COT Daten, FED-Watchtool, Indizes und vielem mehr gerne im mittlerweile 14. MARKTAUSBLICK auf unserem YOUTUBE-Channel entnehmen.
VIX-VOLATILITÄT
Der VIX ist in den letzten Tagen wieder leicht angesprungen und notiert aktuell bei 15,36 Punkten, was einem Anstieg von rund +2,2 % gegenüber der Vorwoche entspricht. Damit hat er sich etwas von den Jahrestiefs gelöst, bleibt aber weiterhin auf einem historisch sehr niedrigen Niveau. Interessant ist vor allem die Bewegung Mitte/Ende der Woche. Nach einem längeren Tiefstand unter 15 kam es nach den Nvidia und PCE-Daten zu einem zeitweise Sprung in Richtung 16.
Im großen Bild bleibt der VIX aber extrem niedrig. Das signalisiert Ruhe und Vertrauen, birgt aber auch Risiken. So eine niedrige Volatilität wird häufig von einer einfachen Gegenbewegung abgelöst, sobald ein unerwarteter Impuls auf den Markt trifft. Der Markt wirkt also im Moment noch recht entspannt, ist jedoch anfällig für Überraschungen, die das Bild hier schnell zerstören könnten. Stichwort: Saisonalität!

FEAR & GREED INDEX
Der Fear & Greed Index steht aktuell bei 64 Punkten und signalisiert weiterhin leichte Gier im Markt. Gegenüber letzter Woche (61) hat sich die Stimmung leicht aufgehellt, bleibt aber unter dem Niveau von vor einem Monat (70). Zum Vorjahr zeigt sich ein klarer Stimmungsanstieg (damals 56) im selben Zeitraum.
Wir befinden uns in einem Umfeld, in dem Optimismus dominiert, aber noch nicht in Euphorie kippt. Das passt auch zum Bild der Märkte, neue Allzeithochs im S&P 500 und gleichzeitig erste Bremsspuren bei Tech-Werten nach den Nvidia-Zahlen. Anleger sind also tendenziell weiterhin risikofreudig, sichern sich aber zusehends leicht ab.
Die anhaltende Rally, mahnt weiterhin zur Vorsicht, gerade wenn externe Schocks (Makrodaten, Geopolitik) auftreten, kann so ein überhitztes Sentiment schnell drehen.

GLOBAL EQUITY RISK-LOVE
Der Risk-Love-Indikator der BofA (Bank of America) ist aktuell im 93. Perzentil und damit auf einem extrem hohen Niveau. Wir sehen eindeutig, dass die Anleger dem Risiko gerade wieder sehr stark hinterher jagen. Historisch betrachtet war das in der Vergangenheit eher ein bearishes Signal, denn je sorgloser der Markt wird, desto anfälliger sind wir für Rücksetzer.
In der Grafik erkennt man immer ein eindeutiges Muster. Immer wenn der Indikator in den Euphorie-Bereich hochgeschossen ist, folgten danach häufig Korrekturen oder zumindest eine Verschnaufpause. Auf der Gegenseite haben Phasen von „Panic“ in der Vergangenheit oft gute Einstiegsgelegenheiten geliefert.
Im aktuellen Umfeld passt dieses Bild zu den anderen Sentiment-Daten. Der VIX bleibt niedrig, der Fear-&-Greed-Index zeigt „Greed“ und die Indizes halten sich nahe der Hochs. Das bedeutet natürlich nicht, dass sofort ein Crash vor der Tür steht, aber die Märkte laufen gerade mit irrationalem Optimismus, was die Wahrscheinlichkeit für eine Gegenbewegung erhöht.

AKTUELLE INSIDER
Auf der Kaufseite bleibt das Bild dünn. Zwar gab es größere Transaktionen bei Asana sowie Reynolds Consumer Products und GCI Liberty, insgesamt sind das aber Midcaps mit begrenzter Marktrelevanz. Die Käufe verteilen sich stark auf Nischenwerte, in der Hinsicht hat sich in den Vergangenen Wochen nicht viel auf der Big-Tech Seite getan.
Anders die Verkaufsseite. Hier zeigen sich wie gewohnt deutliche Bewegungen bei den Schwergewichten.
DoorDash ($DASH) – Insiderverkäufe im Umfang von über 50 Mio. USD
AppLovin ($APP) – Abgaben im Wert von 42 Mio. USD
AMD ($AMD) – knapp 37 Mio. USD
Cloudflare ($NET) – rund 27,5 Mio. USD
Amazon ($AMZN) – fast 17,5 Mio. USD
Home Depot ($HD) – 19 Mio. USD
Roblox ($RBLX) – über 11 Mio. USD
Das Muster bleibt also weiterhin konsistent. Während die Kaufseite von kleineren, wenig marktbewegenden Titeln dominiert wird, konzentrieren sich die Verkäufe erneut auf große Tech- und Wachstumswerte. Insider nutzen die hohen Bewertungen weiterhin für Gewinnmitnahmen.

Das aktuelle Verhältnis von Insider-Verkäufen zu -Käufen liegt bei 12:1 und damit genau an der Grenze zwischen bullisch und neutral. Werte unter 12 gelten als bullisch, ab 20 spricht man von einem klar bearishen Signal. Die Insidertätigkeit zeigt aktuell ein ausgeglichenes Bild. Zwar überwiegen die Verkäufe, aber nicht in einem Ausmaß, das auf Panik oder massives Gewinnmitnahme Verhalten hindeutet. Verglichen mit den starken Spitzen der letzten Monate, wo das Ratio zeitweise weit über 40 lag, wirkt die Situation deutlich entspannter.
Die Insider scheinen also weder mit massiven Kursverlusten zu rechnen noch sehen sie außergewöhnliche Kaufchancen. Wir bewegen uns also in einem Bereich, der eher auf Normalisierung und Abwarten hindeutet.

NVIDA PROGNOSE
Die letzten Quartale waren für Nvidia eine einzige Explosion im Umsatzwachstum. Zeitweise haben sich die Erlöse verdoppelt oder gar verdreifacht. Doch genau dieses „Eye-Popping Growth“ beginnt jetzt deutlich zu bremsen. Die Prognose von Bloomberg zeigt: nach dem Peak im Jahr 2025 flacht das Wachstum spürbar ab und kehrt zurück in normale zweistellige Raten.
Für Anleger ist das ein klassisches Szenario. Ein Hype trägt die Aktie auf immer neue Hochs, jedoch wird auch irgendwann der größte Wachstumstreiber, hier die Datacenter-Sparte rund um KI-Chips, an ihre Grenzen stoßen. Die Nachfrage bleibt hoch, aber nicht mehr exponentiell. Die Bewertungen, die aktuell eingepreist sind, könnten auf Dauer nicht mehr zu halten sein, wenn Nvidia „nur noch“ mit 20–30 % wächst statt mit 150-200 %.
Das sollte jedoch kein Warnsignal darstellen. Irgendwo hat sich ein “Hypewert” früher oder später an einem bestimmten Preisraum einzuordnen. Nvidia bleibt derzeit unangefochtener Marktführer im KI-Bereich. Aber es zeigt, dass die Phase der Übertreibung langsam in eine Konsolidierung übergeht. Genau solche Übergänge sind für den Gesamtmarkt spannend, weil sie die Stimmung für den ganzen Tech-Sektor mitbestimmen.

Seit Ende 2022 haben AI-Aktien den Gesamtmarkt regelrecht outperformed. Eine Masse von 50 gleichgewichteten AI-Titeln (Quelle: Bespoke Investment Group) liegt inzwischen bei über +150 % Performance, während die Nasdaq 100 Equal Weight und S&P 500 Equal Weight im gleichen Zeitraum gerade mal 40 % bzw. 25 % geschafft haben.
Der Hype ist real, die KI-Story treibt ganze Branchen nach oben. Gleichzeitig steckt darin aber auch ein Risiko, die Rally basiert stark auf einem sehr engen Segment. Sollte hier irgendwann die Luft raus sein, wie es bei Nvidia zur erstmaligen Vermutung scheint, könnte das den Gesamtmarkt belasten, ähnlich wie früher bei Dotcom.
Noch sind Anleger voll auf der AI-Schiene unterwegs, aber die enorme Outperformance deutet auch auf Überhitzung hin. Wer langfristig investiert, sollte sich bewusst machen, dass AI ein bestehender Trend bleiben wird, aber die Bewertungen irgendwann zum Bremsklotz werden können.
Ist Nvidia also womöglich unser Frühindikator gewesen?

GOLD
Gold kratzt aktuell an einer entscheidenden Marke. Mit rund 3.447 USD/oz stehen wir kurz davor, nachhaltig über die Zone von 3.400–3.500 USD auszubrechen, welcher ein Bereich ist, der schon länger als harter Widerstand fungiert.
Institutionelle Häuser zeigen sich klar bullisch:
Goldman Sachs sieht Gold bis Jahresende bei 3.700 USD,
JP Morgan rechnet im Schnitt mit 3.675 USD in Q4,
Bank of America geht sogar von einem Anstieg bis 4.000 USD im kurz-/mittelfristigen Zeitfenster aus.
Nur der World Gold Council bleibt etwas zurückhaltender und erwartet eher eine Range mit moderaten 0–5 % Upside, gestützt durch makroökonomische Unsicherheiten und mögliche Zinssenkungen.
Gelingt der Ausbruch nach oben, wäre das ein klares Kaufsignal mit Rückenwind durch die institutionellen Forecasts. Scheitert Gold an der Marke, könnte es zunächst in eine Konsolidierung übergehen. Entscheidend wird, ob die Börse die steigende Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen nutzen, um Gold weiter als „sicheren Hafen“ zu spielen.
Bitcoin vs. Gold
Ein Blick auf die ETF-Flows zeigt, dass Bitcoin gerade dabei ist, Gold den Rang abzulaufen.
Die Bitcoin-ETFs haben sich in den letzten 12 Monaten auf rund 150 Mrd. USD verdoppelt.
Im selben Zeitraum sind die Gold-ETFs um etwa 40 % auf ein Rekordniveau von 180 Mrd. USD gestiegen.
Noch vor drei Jahren waren Gold-ETFs fünfmal so groß wie Bitcoin-ETFs. Heute liegen beide Klassen fast gleichauf. Bei diesem Tempo könnten Bitcoin-ETFs bereits im nächsten Jahr an Gold vorbeiziehen.
Das zeigt zwei Dinge:
Bitcoin etabliert sich immer mehr als „digitales Gold“, gerade bei institutionellen Investoren, die nun über regulierte Produkte Zugang haben.
Gold bleibt stark, aber die Wachstumsdynamik liegt aktuell klar auf der Seite von Bitcoin. Das ganze wird getrieben von ETF-Zulassungen, steigender Nachfrage und einer wachsenden Akzeptanz im Mainstream.
Wir erleben also gerade eine historische Verschiebung in der Wahrnehmung von „sicheren Häfen“. Während Gold weiterhin Stabilität symbolisiert, wächst Bitcoin rasant in die Rolle eines alternativen Wertspeichers hinein.

MACRO-DATEN und EVENTS
Die wichtigsten US-Daten kommende Woche:
Montag, 1. September – Labor Day (USA)
🇺🇸 Feiertag – US‑Märkte geschlossen
→ Die US‑Börsen bleiben am Montag wegen des Labor Day geschlossen
Dienstag, 2. September
🕓 15:45 Uhr – S&P Global Manufacturing PMI
→ Stimmungsindikator für die US‑Industrie. Wird oft als Frühindikator für die wirtschaftliche Dynamik genutzt.
🕕 16:00 Uhr – ISM Manufacturing PMI
→ Das ISM‑Manufacturing‑PMI gilt als führender Indikator für den Industriesektor und liefert Hinweise auf Wachstum, Preis- und Beschäftigungstrends. Unerwartete Werte können starke Marktbewegungen auslösen.
Mittwoch, 3. September
🕕 16:00 Uhr – JOLTS Job Openings
→ Die JOLTS‑Zahlen zeigen, wie viele Stellenangebote es gibt und wie viele Menschen eingestellt werden. Ein hohes Stellenangebot deutet auf Arbeitskräftemangel und möglichen Lohndruck hin.
Donnerstag, 4. September
🕒 14:15 Uhr – ADP Employment Change
→ Privater Arbeitsmarktbericht, der oft als Vorläufer der offiziellen NFP‑Zahlen gilt.
14:30 Uhr – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
→ Die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen und der Handelsbilanzsaldo sind Frühindikatoren für Konjunktur und BIP. Die Produktivitäts‑ und Arbeitskosten‑Daten beeinflussen Inflations‑ und Zinsaussichten.
15:45 Uhr – S&P Global Services PMI
→ Frühindikator für den Dienstleistungssektor
16:00 Uhr – ISM Services PMI & Beschäftigungsindex
→ Wichtigster Frühindikator für den US‑Dienstleistungssektor.
Freitag, 5. September
🕕 14:30 Uhr – Nonfarm Payrolls & Unemployment Rate
→ Der offizielle Arbeitsmarktbericht ist der wichtigste Wirtschaftstermin vor der Fed‑Sitzung im September. Der Konsens rechnet laut aktuellen Berichten mit etwa 78 Tsd. neu geschaffenen Stellen und einer Arbeitslosenquote von etwa 4,3 %. Unerwartete Abweichungen können starke Schwankungen an Aktien‑, Anleihe‑ und Devisenmärkten auslösen.
Diese Termine decken die wichtigsten US‑Daten der kommenden Woche ab.
FED-SPEAKER & EVENTS
Nach dem Feiertag am Montag rücken ab Mittwoch wieder die Fed-Daten in den Fokus. Diese Woche also zur Abwechslung mal wieder etwas “ruhiger”.
📅 Mittwoch, 3. September – 20:00 Uhr: Beige Book → wichtiger Wirtschaftsbericht der Fed mit Einschätzungen zur Lage in den einzelnen Distrikten. Kann Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben.
📅 Donnerstag, 4. September – 22:30 Uhr: H.4.1 „Factors Affecting Reserve Balances“ → zeigt die Liquiditätssituation im US-Bankensystem.
📅 Freitag, 5. September – 22:15 Uhr: H.8 „Assets and Liabilities of Commercial Banks in the U.S.“ → liefert Daten zur Kreditvergabe und Stabilität des Bankensektors.

EARNING SEASON
Die Berichtswoche diese Woche ab Dienstag:
Dienstag:
Mit NIO($NIO) kommt zwar ein spannender Player aus China, aber für den US-Markt dürfte vor allem Zscaler($ZS) relevant sein. Der Cloud-Security-Spezialist ist ein wichtiger Gradmesser für die Nachfrage im Cybersecurity-Segment.
Mittwoch:
Hier wird es richtig voll: Salesforce($CRM) liefert Einblicke in die Unternehmens-Software-Nachfrage, während Hewlett Packard Enterprise ($HPE) und Campbell’s ($CPB) beide auf ganz unterschiedlichen Ebenen (Tech vs. Konsumgüter) Orientierung geben. Dazu kommen C3.ai ($AI) und Asana ($ASAN), die vor allem für das Sentiment im KI- und Collaboration-Sektor wichtig sind.
Donnerstag:
Der Höhepunkt der Woche ist jedoch ganz eindeutig Broadcom($AVGO). Hier sehen wir die Zahlen der Halbleiter und KI-Infrastruktur, welcher ein weiterer möglicher Impulsgeber für den gesamten Tech-Sektor sein wird. Neben NVIDIA der zweite TOP SEMI-Wert im Sektor.
Freitag:
Hier wird es deutlich ruhiger, mit ABM Industries ($ABM) stehen eher defensive Werte auf der Agenda, ohne großes Marktpotenzial.
Vor allem Broadcom und Salesforce dürften die Stimmung weit über ihre eigenen Branchen hinaus prägen. Broadcom als Schwergewicht im Halbleiter- und KI-Bereich könnte mit seinen Zahlen den Takt für Tech setzen, während Salesforce wichtige Einblicke in IT-Ausgaben und Unternehmenssoftware liefert.

Damit schließen wir das fünfte GREY BRIEFING ab. Die Märkte bleiben stark, aber die Rally wird zunehmend von News statt echten Daten getragen. Auf der Macro-Seite zeigen sich die Investoren unbeeindruckt, die Erwartungen an die Fed verschieben sich in Richtung kommende Zinssenkungen.
Insgesamt sehen wir also ein Marktumfeld, das sich noch stabil halten kann im sonst doch recht schwachen August, während dieser unter der Oberfläche etwas anfälliger wird. Genau diese Diskrepanz macht die nächsten Wochen so spannend und lässt uns weiterhin etwas defensiver allokiert bleiben.
Bis zur nächsten Woche – stay sharp, stay profitable!
Eure GREY CAPITAL-Redaktion
