Newsletter #12: Volatilität lässt nach doch die Korrektur ist noch nicht vorbei
Willkommen zur nunmehr zwölften AUSGABE dieses Newsletters liebe Leserinnen und Leser!
Seit mittlerweile 5 Wochen befindet sich der amerikanische Aktienmarkt in einer mittelfristigen Korrektur und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Die Vollendung der Topbildung Anfang diesen Jahres steht der Topbildung Anfang 2022 in nichts nach. Bärenmarktes voraus?! Immerhin ein Punkt hat sich diese Woche wieder etwas gelegt:
>>Volatility is slowing down!<<
Bisher gab es in jeder Woche eine neue Hiobsbotschaft bzgl. „TARIFFS! seitens Präsident Donald Trump – und damit imemr wieder aufs neue eien Verunsicherung für den breiten Markt. Wenn das Ziel Trumps ist damit die US-Wirtschaft zu schwächen und die FED in Zuzwang bzgl weiterer Zinssenkungen zu bringen… und es könnte klappen.
QUANTITATIVE EASING
Erst am Mittwoch verkündetet der FED Notenbankchef Jerome Powell aka. JPOW dass die zunehmende Unsicherheit in der US-Wirtschaft mit Donald Trumps Zollpolitik stark zugenommen hat.
Die FED verlangsamt ihr Bilanzschrumpfungstempo auf ein Fünftel und wird damit ihre Bilanz langsamer schrumpfen als bisher. Die Obergrenze für die Menge an US-Staatsanleihen, die ohne Wiederanlage fällig werden dürfen, sinkt ab dem 1. April von 25 Milliarden auf 5 Milliarden Dollar. In Bezug auf hypothekenbesicherte Wertpapiere wird sie bei 35 Milliarden Dollar belassen.
Dies ist ein erster Schritt hin zum sogenannten QUANTITATIVE EASING. Hiermit wird eine geldpolitische Methode bezeichnet, die die Geldmenge im Finanzsystem erhöht. Sie dient dazu, die Wirtschaft zu stabilisieren und das Wachstum anzukurbeln, wenn traditionelle Instrumente wie Zinssenkungen nicht mehr ausreichen – insbesondere in Zeiten von Rezessionen oder wirtschaftlicher Stagnation.
Wenn dies der Masterplan seitens Donald Trump von Anfnag an war, dann scheint er die FED genau soweit bringen zu wollen. Stellt sich die Frage nach dem Warum? Eine Rezession oder Stagantion ist alles andere als eine positive Entwicklung.
STAATSSCHULDEN der USA
In den letzten Wochen Tagen hatten es US-Präsident Donald Trump und sein Elon Musk (DODGE-Department) eilig, die geplante Massenentlassung im Staatsapparat der USA voranzutreiben. Ein Grund dafür ist die billionenschweren Schuldenlast der USA. Aktuell beläuft sich die Bruttoverschuldung auf rund 36’000 Milliarden Dollar, davon sind knapp 28’000 Milliarden Dollar als Anleihen ausstehend. Alleine dieses Jahr müsste ein Drittel davon – also 9000 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt refinanziert werden.
Die USA zahlen derzeit auf ausgegebene Anleihen einen durchschnittlichen Zins von 3,1 Prozent. Bei einer Refinanzierung würde ein Zins von 4,2 Prozent anfallen. Das bedeutet: Die US-Regierung wird zukünftig pro Jahr rund 100 Milliarden Dollar mehr Zinsen zahlen müssen. Zusätzlich kommt dieses Jahr eine Neuverschuldung von konservativ geschätzten 1000 Milliarden Dollar hinzu.
Damit wäre auch neutral und rational erläutert warum Trump nicht „Aus einer Laune heraus“ sondern geziehlt mit Hinblick auf die immensen Neuschulden Wege ersucht, den Zinssatz der FED zu „senken“. Dass dies kurzfristig die Märkte in Bedrängnis bringt scheint er soweit bisher zu ignorieren.
VALUATION MULTIPLES
Warum sollte er auch? Die Bewertungen des S&P500 und anderer US Leitindizies (und deren inneren Werten) steht auf einem sehr hohen Podest wie in folgender Grafik sehr gut zu sehen ist. Eine Korrektur wäre mehr als Überfällig.
Wenn sein Ziel ist in der zweiten Hälfte der Amtszeit zu glänzen, nachdem die Bären die Korrektur eingeleitet haben und Assets wieder Preiswerter zu kaufen sind, könnte dieses Vorhaben sogar strategisch aufgehen.

TRUMP-TWEETS & TARIFFS
Fast jeder Tweet seitens Präsident Donald Trump führte bisher dazu, dass der Markt jedwede Longversuche wieder nach unten korrigierte. Erst in dieser Woche scheint das ganze etwas nachzulassen. Wir dürfen alle sehr gespannt sein, was uns am 2. April erwartet, wenn die Zölle gegen Canada und Mexico „wirklich“ greifen werden.

DEALERGAMMA
Das Dealergamma liegt bei Nahezu 0. Wir können hieraus lesen, dass sich die Institutionen aktuell sehr neutral verhalten. Demnach wird der Markt durch sie weder stabilisiert noch in den Bewegungen verstärkt.

US-EQUITY-SENTIMENT-Indicator
Das Sentiment (Marktbreite & Positionierung) ist von +2.8% auf nun -0.6% gerutscht.
Sehen wir und die Vergangenen Jahre an dann stellen wir fest: Dies ist immer nur in größeren Marktkorrekturen und nach Topbildungsphasen geschehen. Es kann zwar weiterhin noch eine „Relief-Rally“ stattfinden, dennoch scheint das Momentum für die Bullen mittelfristig vorbei zu sein.

DOLLAR-STÄRKE
Das erste mal seit dem Oktober sind die großen Marktteilnehmer wieder SHORT auf den Dollar Positioniert. Zu sehen war dies sehr gut am DXY (Dollar-Stärke Index) der seit Wochen nur eine Richtung kennt: Abwärts.
Einer der Gründe warum uns EURO-Investoren diese Korrektur noch etwas härter trifft als die Amis selbst: Der EURO ist stark, der Dollar schwach, dh. mit einem Miltiplikator von rund 1.3 trifft uns die Korrektur weitaus härter.
Ein Schwacher Dollar, stagnierende Inflation und ein sich abschwächender Arbeitsmarkt… alles keine guten Voraussetzungen für weitere Zinssenkungen. Der FED bleiben damit etwas die Hände gebunden.


WOCHENPERFORMANCE
Die Wochenperformance der US-Indizis zeigt uns etwas sehr deutlich: Der Freitagabend hat -nach dem großen Options- und Futuresverfall – die gesamte Woche ins positive (fast Breakeven) „gerettet“.
Zumindest kurfristig will der Markt nicht weiter fallen. Ich bin sehr gespannt ob sich dies in der nächsten Woche fortsetzen wird und die Bullen wieder verstärkt das Parkett betreten. Eine sechste Woche mit negativen Renditen (oder auch nur BE) haeb ich selbst so noch nie erlebt.
Folgend der Verlauf der US-Indizies diese Woche.

CME FED-Watchtool
Die nächste FED Sitzung zum Thema Zinsen findet am 7.Mai statt und damit erfolgt im April eine zweite Pause der FOMC, nachdem der Februar bereits pausiert hat. Geldpolitisch seitens der FED wird im kommenden Monat somit wenig Beeinflussung erfolgen.
Die aktuelle Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung liegt bei 14.3% und damit stellt sich auch hier der Markt auf keine weitere Zinssenkung ein.

SAISONALITÄT
Die Schwankungsbreite hat auch in dieser Märzwoche nicht halt gemacht und sich weiter fortgesetzt – Jedoch ohne eine eindeutige Richtung. Seit nun ganzen 5 Wochen verkaufte der Markt ab und konnt sich zwar nun stabilisieren… ob dies aber das Ende der Korrektur sein wird, muss sich ggfs. in den kommenden zwei Woche Zeigen: Saisonal läuft in der zweiten März-Hälfte eine Relief-Rally, wenn vorher eine Korrektur erfolgt ist. Damit würden wir wieder im Median liegen.
Meine weiterhin Defensive Haltung in den Portfolien behalte ich nach wie vor ein, während ich im aktiven Trading fast nur Indizies auf sehr kurzfristiger Basis trade.
Hier in der Grafik die Median der letzten 5-15 Jahre für den S&P500 Index.

COT-DATEN
Auf Seite der COT-Daten hat sich einiges in den letzten Wochen bewegt:
Die Datenlage zeigt uns weiterhin eine hohe Short-Positionierung der großen INSTITUTIONEN. Diese wurde erst in den letzten Tagen etwas zurückgefahren, dennoch verbleibt sie auf einem tiefen Niveau. Damit HEDGEN Sie nicht nur die LONG-Seite ab, sondern sind auch Netto SHORT. Dies erinnert mich, wie schon vor drei Wochen angekündigt, weiterhin sehr an den Beginn das Jahres 2022.
Unsere Datenlage reicht bis zum 18. März zurück, dh. die letzten 3 Tage sind hierbei (wie immer zeitversetzt) noch nicht inkludiert.
Die INSTIS halten damit Ihre ABSICHERUNGEN gegen ZÖLLE, ZINSENTSCHEIDUNGEN und andere UNSICHERHEITEN weiterhin, haben diese jedoch immerhin am Freitag , dem Optionen- und Futureverfall sei dank, leicht zurückgefahren. Die Indizies sind weiterhin in ihrer mittelfristigen Korrektur und konnten bisher noch nicht die 200-Tagelinie (EMA-200) zurückerobern.

MARTAUSBLICK
Näheres zu den COT Daten, FED-Watchtool, Indizies und vielem mehr gerne im mittlerweile 12. MARKTAUSBLICK auf unserem YOUTUBE-Channel entnehmen. Hier nochmal der Link.
VIX-VOLATILITÄT
Die Volatilität im Markt, gemessen am S&P500, hier als Grafik zeigt uns sehr gut die Schwankungsbreite des Marktes. Dabei ist die Volatilität auch in dieser Woche seit Dienstag wieder fallend. Der VIX fiel von 22.40 auf unter 19.30 Punkten ab.
VIX Short = INDIZIS Long
So eigentlich die Regel – diese Woche hat das erneut dem Markt wenig geholfen und erneut war es der Freitag der die Märkte ins Plus rettete. Ein sich wiederholendes Muster. Laut Michael Hartnett von der BofA und Marco Rubio von Goldman Sachs ist einer der Gründe das Ende der Verkäufe auch durch CTAs (Trendfolgemodelle).
Laut Rubio war das Tief am 14. März erreicht während Hartnett sogar einräumt, dass weiterhin Verkäufe bis runter zur 5.300 Puntemarke möglich sind. Ich persönlich freue mich auf das Asset-Rebalancing zum Ende des Monats und warte auf einige Chancen auf der LONG-Seite.
Die Volatilität bleibt seit Jahresanfang sehr hoch und alle aktiven Trader und Investoren müssen dies in Ihrem Handeln berücksichtigen!

…und hier nochmal der VIX im YEAR-TO-DATE
Seit Mitte Februar ein stark trendender VIX. die 20er Marke ist eine wichtige, hier entscheidet der Markt meist ob er wieder auf die LONG oder SHORT-Seite drehen kann.

TRENDFOLGER (CTA`s)
Die Trendfolger sind (kurzfristig) keine große Last mehr für den S&P. Auf Kurz- und Mittelfristiger Basis werden sie nicht weiter verkaufen aber auch nicht kaufen. Das spricht erstmal für einen (von CTA ausgehenden) neutralen Markt. Jedoch sollten keine Tieferen S&P Kurse erreicht werden, da hier sonst die langfristigen Modell (und ALGOs) anfangen könnten zu verkaufen.

CORE RISK MODEL
Laut CRM stehen wir aktuell gut, um bullish zu sein. Es scheint erstmal keine großen „Gefahren“ bzw. „Risiken“ zu geben, welche den Markt stark beeinflussen können.

FEAR & GREED Index
Was dieser Index darstellt – lest euch gerne hierfür nochmal die Erläuterung im NEWSLETTER No.3 durch.
Der CNN FEAR & GREED-Index, auch als „Angstbarometer“ bekannt, hat sich zur Vorwoche um ganze 3 Punkte nach oben bewegt, befindet sich damit weiterhin im „EXTREM FEAR“ Level und wir erkennen somit, dass sich sowohl RETAILER als auch INSTIS (nach COT-Daten) weiterhin massiv auf der SHORT-Seite ausrichten.
>>ANGST beherrscht den MARKT!<<
In dieser Woche spiegelt der Index Beide Seiten gut wieder: Sowohl INSTIS als auch RETAILER sind SHORT gestimmt.
Sollte der Markt jedoch wieder drehen…Kurzfristig starke Schwankungen bildet dieser Index kaum bis gar nicht realistisch ab. Deshalb gilt auch hier: Auf keinen fall sich nur auf einen Indikator verlassen!

MACRO-DATEN und EVENTS next Week
Die wichtigsten US-Daten kommende Woche: (in US-Time)
Montag 24.03.
10:45h – S&P Global Composite PMI Flash
10:45h – S&P Global Manufacturing PMI Flash
10:45h – S&P Global Services PMI Flash
Dienstag 25.03.
11:00h – Consumer Confidence for March
11:00h – Richmond Fed Manufacturing Index
11:00h – Richmond Fed Services Index
Mittwoch 26.03.
09:30h – Durable Goods Orders
14:00h – 5-Year Note Auction
Donnerstag 27.03.
09:30h – Jobless Claims weekly
09:30h – GDP Growth Rate QoQ
14:00h – 7-Year Note Auction
Freitag 28.03.
09:30h – Core CPE Price Index
11:00h – Michigan 5 Year Inflation Expectations
Diese Woche geht es wieder sehr spannend zu an der MACRO-Front. Eines der Highlights iam Freitag die PCE (Kerninflation) in den USA und der Ausblicjk auf die Inflation druch die Uni Michigan. Auf die Daten am Freitag wird die FED besonders achten.
An alle NEUEN LESER: Da sich die MACRO-Daten jeden Monat wiederholen, könnt Ihr für eine kurze Erläuterung, welche MACROs was beinhalten, gerne die älteren NEWSLETTER durchstöbern.
FED Speaker
Diese Woche und generell meist nach der „Blackout-Periode“ (nach dem FOMC) sprechen sehr viele Notenbanker auf dieversen Veranstaltungen. Hier einmal gut aufgelistet für euch die nächsten Termine. Manchmal bewegen Ihre Einschätzungen die Märkte!

INSIDERS
Ich möchte in Zukunft im NEWSLETTER+ weitere Inhalte integrieren wie zB. bereits in diesem das Core-Risk-Modell oder auch hier die INSIDERS Käufe und Verkäufe um euch noch einen detaillierteren Einblick in das Handeln der „Großen“ zu gewähren.
Noteable: Viele kleiner, unbekannte Unternehmen die von Insidern gekauft wurden, jedoch viele der S&P Größen sind verkauft.

TRADE der WOCHE
In dieser Woche war es erneut ein TESLA-Trade am Mittwoch vor dem FOMC zum US-Opening. Ich konnte im 100k Portfolio diese Chancen mit der Community sehr gut umsetzen. Nicht in % der Beste Trade in dieser Woche – dafür jedoch innerhalb kurzer Zeit umgesetzt und daher für mich das cleanste SETUP dass ich hier gerne veröffentliche.

…und damit wünsche ich einen entspannten Sonntag und guten Start in die kommende Woche!
Achtet weiterhin auf die Volatilität (VOLATILITY is back, baby!!), eure Gewichtungen und vor allem offenen TRADES über NACHT. Es sind lukrative Zeiten für Trader, aber auch genauso gefährliche wenn Ihr nicht wisst wie Ihr diese erfolgreich handeln könnt.
Bis zur nächsten Ausgabe!
Euer Juri
