GREY BRIEFING #03: Retail-Zahlen, UnitedHealth-Comeback und ein brisantes Treffen in Alaska

Willkommen zurück, liebe Leserinnen und Leser, zum 3.GREY BRIEFING!

Der Markt bleibt stark, trotz hoher Erwartungen, geopolitischer Schlagzeilen und frischer Inflationsdaten. S&P500 und NASDAQ kratzen weiter an ihren Allzeithochs, getragen von wenigen Schwergewichten. Von Sommerpause keine Spur, auch wenn die Breite des Marktes der Rally nicht mehr folgen kann.

Makroseitig richtet sich der Fokus in der kommenden Woche klar auf die FED: Die Jackson Hole Tagung steht an sowie relevante Daten rund um Zinsen und Bankenliquidität.

Starten wir wie jede Woche erstmal mit der …

Wochenperformance

Nach dem starken Rebound der Vorwoche ging es diese Woche deutlich ruhiger zu. Zumindest auf der Tech-Seite. Der NASDAQ100 tritt fast auf der Stelle (+0,33 %), während der S&P500 leicht zulegen konnte (+0,85 %).

Anders sieht es im Dow Jones aus: Der US30 gewinnt fast 2 %, getragen von starken Healthcare-Titeln wie UnitedHealth. Richtig Power kam aber aus der zweiten Reihe: Der Russell2000 legte über 2,6 % zu und war damit klarer Outperformer. Small Caps holen auf, was ein unmissverständliches Signal für wiederkehrende Risikobereitschaft ist.

Tech hingegen war eher verhalten unterwegs. Nach der kurzen Euphorie kehrt etwas Ernüchterung ein.

5-Tages-Performance US-Indizes

CME FED-WATCH

Der Markt scheint sich sicher. Beim FOMC-Meeting am 17. September wird die FED endlich Zinssenkungen liefern. 92,1 % der Marktteilnehmer rechnen laut dem CME FedWatch-Tool mit einer ersten Zinssenkung um 25 Basispunkte. Nur noch 7,9 % gehen davon aus, dass alles beim Alten bleibt.

Aber: Ganz so einfach ist es nicht.

Die PPI-Daten (Erzeugerpreise) aus dieser Woche haben viele überrascht: Die Produktionskosten der Unternehmen sind im Juli im Monatsvergleich um 0,9 % gestiegen, mehr als viermal so viel wie erwartet! Auch im Jahresvergleich sehen wir mit +3,3 % eine klare Beschleunigung. Besonders brisant ist jedoch, dass die Kernrate, also ohne Energie und Lebensmittel, sogar um +3,7 % anstieg(Erwartung: 2,9 %).

Die Kosten steigen auf Unternehmensseite also deutlich an und wurden bisher nicht an die Konsumenten weitergegeben. In naher Zukunft werden diese mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch an die Verbraucher weitergegeben und diese Folgen werden wir im CPI (Verbraucherpreise) beobachten können. Die logische Konsequenz daraus ist, dass ein neuer Inflationsschub nicht vom Tisch ist.

Jerome Powell scheint am Ende mit der Zinspause doch Recht zu behalten, entgegen Donald Trumps Äußerungen, dass der Kampf gegen die Inflation doch Gewonnen sei udn die Zinsen “endlich gesenkt” werden müssen. Die FED vertraut bei Ihren Entscheidungen eben auf die Daten. Und wenn sich der Preisdruck bei den Produzenten weiter aufbaut, dürfte sie mit einer Zinssenkung noch länger zögern als der Markt aktuell erwartet.

Die 92 % Wahrscheinlichkeit für eine Senkung sind also eher ein Wunsch des Marktes als ein Versprechen der FED.

FedWatch-Tool

2025 sind wir global in einem massiven Zinssenkungszyklus. Schon jetzt ist er einer der schnellsten seit 2020. Weltweit wurden bereits 88 Cuts durchgezogen, allen voran in Europa, Kanada, Australien und einigen Emerging Markets.

Dagegen bleibt Powell bisher zurückhaltend. Während die EZB schon acht Mal gesenkt hat, belässt die US-Notenbank es bei minimalen Anpassungen. Global herrschen also Liquiditätszufluss und Lockerung, während man in den USA dagegen einen vorsichtigeren Kurs fährt.

Dieser Gap könnte mittelfristig spannend werden: Einerseits stützt die globale Lockerung die Risikobereitschaft, andererseits signalisiert die Fed damit, dass sie das Inflationsproblem in den USA noch nicht komplett beiseite gelegt hat.


SAISONALITÄT

Saisonal geht es jetzt langsam aber sicher in die “kritischeren” Wochen. Der August und September gehören historisch zu den schwächeren Monaten im Jahr und das sehen wir auch in der Statistik. In der 5- und 10-Jahres-Sicht flacht die Performance in den kommenden Wochen merklich ab.

Im aktuellen Jahr hingegen sind wir weiterhin deutlich über dem Durchschnitt unterwegs, was stark nach einer Korrektur der Sommer-Rally schreit. Gerade nach der starken Rally der letzten Monate wäre eine Konsolidierung in dieser Phase keine Überraschung sondern eien Notwendigkeit um Frische Liquidität in den Markt zu spülen.

In solchen saisonal schwächeren Phasen möchten wir nicht unbedingt stark investiert in vielen Trades den Markt bespielen, sondern fokussieren uns auf selektive Einstiege mit A+ CRV. Die Saisonalität liefert hier wie immer einen wichtigen Rahmen, aber ist weiterhin wie wir Wissen, kein “auf die Stunde genau” Timing-Tool.

S&P 500 Seasonality Chart

DELTA MARKET SENTIMENT

Das Sentiment liegt aktuell bei 64,8 %, also klar im bullischen Bereich. Das bedeutet, dass ein Großteil der Aktien oberhalb der mittelfristigen gleitenden Durchschnitte gehandelt werden. Wir sind zwar solide über der 50 %-Marke, haben die Hochs von zuletzt über 80 % aber nicht halten können. Das spricht eher für eine Marktbreite, die zwar positiv ist, aber nicht euphorisch. Genau dieses Abkühlen nach einem Hoch kann für Stabilität sorgen, solange wir nicht wieder unter 50 % rutschen.

Die Bullen haben weiter die Oberhand, aber das Momentum ist nicht mehr auf Anschlag. Wir sollten also, auch aufgrund der Saisonalität weiterhin vorsichtig bleiben.


COT-DATEN

In der aktuellen Woche haben die Commercials ihre Long-Positionen deutlich ausgebaut. Mit 118.751 Kontrakten Long und einem COT-Index von 100 befinden wir uns am oberen Anschlag der Skala. Die Kontrakte wurden fast auf der LONG-Seite zur Vorwoche verdoppelt. Ein klares Signal, dass das „SMART-Money“ nicht mehr Bereit ist weiteres Kapital direkt in Assets wie Aktien zu investieren, dabei dennoch an der laufenden Rally partizipieren möchte, jedoch nur via Kontrakten, die Sie sehr flexibel wieder auflösen können.

Auf der anderen Seite haben die Large Speculators ihre Short-Seite noch weiter ausgebaut. Mit -192.057 Kontrakten sind sie so stark short wie schon lange nicht mehr. Auch die Small Traders bleiben mit 73.306 Long-Kontrakten bullisch, aber ihre Bewegung war bisher eher seitwärts geprägt.

Während der breite Markt also auf weiter steigende Kurse setzt, insbesondere die Großen Institutionen, scheint es jedoch kaum noch Teilnehmer zu geben die neues, frisches Kaptial in den Markt setzen. Solche Konstellationen sind oft Vorboten für Korrekturen.

Wie immer gilt: Die COT-Daten sind mehrere Tage verzögert (Stichtag: Dienstag, 13.08.), sie zeigen uns also kein Echtzeit-Signal, aber geben uns wertvollen Kontext zur Marktstruktur.

COT-Daten S&P500 Net positions

MARTAUSBLICK

Näheres zu den COT Daten, FED-Watchtool, Indizes und vielem mehr gerne im mittlerweile 14. MARKTAUSBLICK auf unserem YOUTUBE-Channel entnehmen.


VIX-VOLATILITÄT

Trotz Inflationsdaten, die zwischenzeitlich kurz für ein Aufbäumen sorgten, blieb die Volatilität insgesamt niedrig. Der VIX fiel im Wochenverlauf auf rund 15, also wie in der Vorwoche zurück.

Die Reaktion auf die Daten war nur kurz spürbar. Der VIX zuckte kurz über 16, drehte dann aber schnell wieder nach unten. Das zeigt: Die Markt reagiert irrational zu der tatsächlichen Marktlage und bleibt bisher weiterhin entspannt, trotz höherer Erzeugerpreise und der damit verbundenen Inflationssorgen.

Vix-Index

FEAR & GREED INDEX

Der Fear & Greed Index liegt aktuell bei 64, im Bereich der ‚Gier‘. Eher untypisch zur historischen Saisonalität. Der August und September zählen zu den schwächsten Monaten des Jahres. Die Rallye des Sommers ist jedoch (noch) nicht durch ,da wir weiterhin neue ATH ausbilden. Dennoch bleiben wir etwas defensiver eingestellt: Historisch gesehen, könnte uns eine Pause der Rally am Markt erwarten.

Fear & Greed Index

TRUMP TRIFFT PUTIN IN ALASKA

Im Fokus der politischen Woche stand das Treffen zwischen Trump und Putin, seit Jahren wieder auf US-Boden. Auf einer Militärbasis in Anchorage, Alaska, begannen die Gespräche wie in einer Machtdemonstration: roter Teppich, ein gemeinsamer Auftritt vor Kampfjets, Trump, der Putin in seine prunkvolle Limousine lädt, eine Bühne für Inszenierung ohne konkretes Ergebnis.

Inhaltlich kam wenig zum Vorschein. Trump gab den Ton an und schlug vor, statt eines herkömmlichen Waffenstillstands direkt einen umfassenden Friedensvertrag zu verfolgen, ganz im Sinne des Kremls. Putin hält seinerseits an Forderungen zur Aufgabe ukrainischer Territorien fest.

Etwas positives konnte sich Putin daraus jedoch ziehen, Trump verzichtet vorerst auf neue Sanktionen gegen Käufer russischen Öls und eckt damit bei westlichen Verbündeten an.

 Die Märkte reagierten erstaunlich gelassen. Die Ölpreise gaben leicht nach, aber es blieb bei einer Seitwärtsbewegung. Anleger scheinen geopolitische Überraschungen weiter einzupreisen, solange es keine neuen Eskalationen gibt.


AKTUELLE INSIDER

Kommen wir wieder zu den Insidern

auf der Kaufseite zeigt sich erneut ein eher verhaltenes Bild. Die größten Käufe stammen diesmal von Shoulder Innovations (SI) mit rund 6,1 Mio. USD sowie Vertex Pharmaceuticals (VRTX) mit knapp 5,8 Mio. USD. Auffällig ist auch Avidia Bancorp (AVBC) mit gleich 8 Insidern, die zusammen knapp 1,6 Mio. USD investiert haben. Zwar ist das kein großes Volumen, aber eine hohe interne Beteiligung. Insgesamt bleibt die Kaufseite eher Nischen- und Midcap-getrieben, ohne die ganz großen Player.

Auf der Verkaufsseite sieht es dagegen wie gewohnt anders aus. Hier dominieren die Schwergewichte: Astera Labs (ALAB) mit knapp 100 Mio. USD, Nvidia (NVDA) mit rund 41 Mio. USD und Hims & Hers Health (HIMS) mit fast 37 Mio. USD. Auch Snap (SNAP), American Express (AXP) und DraftKings (DKNG) verzeichneten Insider-Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich. Besonders ins Auge sticht Nvidia, da die Aktie ohnehin stark gelaufen ist und die Insider damit offenbar erste Gewinne realisieren.

Das Muster bleibt also gleich. Auf der Kaufseite dominieren kleinere, weniger marktbewegende Titel. Auf der Verkaufsseite dagegen sehen wir klare Gewinnmitnahmen bei großen Tech- und Wachstumswerten.

Übersicht aktueller Insider-Käufe und -Verkäufe; Quelle: @WallStJesus
Top-20-Unternehmen nach Insiderkäufen und -verkäufen im Jahr 2025; Quelle: @WallStJesus

AKTIE DER WOCHE

UnitedHealth bleibt einer der spannendsten Fälle dieser Woche. Die Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf zwischen 40 und 50 % eingebrochen. Getrieben von explodierenden medizinischen Kosten, Problemen im Medicare-Segment, regulatorischem Druck und zuletzt auch Chaos im Management nach dem Rückzug von CEO Andrew Witty. Eigentlich ein Cocktail, der Investoren eher abschreckt. Umso überraschender, dass jetzt ausgerechnet die großen Namen massiv einsteigen. Warren Buffetts Berkshire Hathaway, David Tepper mit Appaloosa, Michael Burry, Lone Pine Capital und weitere Fonds haben UnitedHealth in ihre Portfolios geholt, teils mit riesigen Positionen. Allein Buffetts Kauf liegt bei über 1,5 Mrd. Dollar.

Trotz der Risiken sehen die Profis hier eine klassische Value-Chance. Die Bewertung ist historisch niedrig, das Geschäftsmodell an sich intakt und langfristig könnte der Markt die aktuellen Probleme als temporären Stress abschreiben. Die Börse hat darauf sofort reagiert, woraufhin die Aktie zweistellig nach oben schoss und zeitweise über 12 % zulegte.

Quelle: WhaleWisdom (SEC-13F-Filings)

BUYBACKS

Ein Punkt, den man gerade nicht unterschätzen sollte, sind die Buybacks. Der August ist historisch der stärkste Monat für Aktienrückkäufe. Im Schnitt laufen in dieser Zeit rund 11 % des gesamten Jahresvolumens über den Tisch. Der Hintergrund ist simpel: Nach den Earnings sind über 90 % der Unternehmen wieder aus ihrem Blackout-Window raus und können eigene Aktien zurückkaufen. Das bedeutet in der Praxis, dass in den kommenden Wochen täglich 5–6 Milliarden Dollar Nachfrage in den Markt fließen.

Gerade in einer Phase, in der die Indizes auf oder nahe ATH handeln und viele Investoren zögerlich werden, wirken Buybacks wie ein zusätzlicher Puffer. Unternehmen ziehen damit Liquidität vom Markt ab, reduzieren ihr Free Float und stützen automatisch den Kurs. Besonders in den USA ist das ein fester Teil der Aktienkultur. Anstatt Dividenden zu erhöhen, wird lieber zurückgekauft. Für Trader und Investoren ist das wichtig, weil es in den nächsten Wochen eine Art unsichtbaren Käufer im Markt gibt, der Rücksetzer abfedern und Trends beschleunigen kann.

Man muss das natürlich im Kontext sehen: Buybacks sind kein Garant für steigende Kurse, aber sie sorgen erfahrungsgemäß dafür, dass schwächere Tage schnell aufgefangen werden. Das erklärt auch, warum der August trotz „Sommerloch“-Mythos regelmäßig zu den stärkeren Monaten gehört.

GS Trading Desk; Quelle: Goldman Sachs Global Investment Research

MACRO-DATEN und EVENTS

Die wichtigsten US-Daten in der kommenden Woche:

Dienstag, 19. August

🕝 20:30 Uhr – Building Permits & Housing Starts
→ Frühindikatoren für die Konjunktur. Nur relevant, wenn es Überraschungen gibt.

Mittwoch, 20. August

🕝 22:30 Uhr – EIA Crude Oil Inventories
→ Bewegt Ölpreise direkt und oft auch Energiesektor‑Aktien.

Donnerstag, 21. August

🕝 2:00 Uhr – FOMC Protokoll
Gibt Einblick, wie die Fed aktuell über Inflation, Zinsen und Wirtschaft denkt.

🕝 20:30 Uhr – Initial Jobless Claims & Philly Fed Manufacturing Index (Aug)
→ Arbeitsmarkt & Industrie-Stimmung, wichtig für US-Wachstums-Ausblick.

🕝 21:45 Uhr – S&P Global Flash PMIs (Aug)
→ Gilt als einer der besten Frühindikatoren fürs BIP. Besonders relevant, wenn die Werte deutlich von der 50‑Marke abweichen.

Freitag, 22. August

🕝 22:00 Uhr – Rede von Jerome Powell beim Jackson Hole Symposium
→ Das Event der Woche. Wenn Powell hawkish oder dovish wird, kann das für starke Moves in Aktien, Anleihen und USD sorgen.


FED-SPEAKER

Auch in dieser Woche liefert die Fed wieder einige spannende Einblicke, diesmal mit mehreren Reden und dem FOMC-Protokoll im Fokus.

Die täglichen Commercial Paper- und H.15-Zinsdaten laufen wie gewohnt durch, geben aber zusammen mit H.4.1 und H.8 wieder wichtige Signale für Liquidität und Zinslandschaft.

🗓 Mittwoch, 21.08.
🕚 17:00 Uhr – Rede von Fed-Governor Waller
🕑 20:00 Uhr – FOMC Minutes
→ Hier wird’s spannend: Der Markt sucht nach Hinweisen, wie gespalten die Fed wirklich ist, insbesondere, ob weitere Zinssenkungen in diesem Jahr auf dem Tisch bleiben.

🗓 Donnerstag, 22.08.
🕟 22:30 Uhr – H.4.1: Factors Affecting Reserve Balances
→ Gibt Aufschluss darüber, wie sich das Reserveguthaben der Banken entwickelt, welches relevant für die Liquiditätslage im US-Bankensektor ist.

🗓 Freitag, 23.08.
🕙 16:00 Uhr – Rede von Fed-Chair Jerome Powell
🕟 22:15 Uhr – H.8: Bankbilanzen (Assets & Liabilities)
→ Spannend, um die Kreditvergabe und Bilanztrends der US-Banken zu verfolgen.

FED-Events

EARNING SEASON

Diese Woche ist auf den ersten Blick recht breit aufgestellt, aber echte Marktimpulse dürften nur von wenigen Namen ausgehen.

  • Montag: Die Zahlen von Palo Alto Networks ($PANW) könnten spannend werden. Cybersecurity bleibt ein Dauertrend, besonders wenn die Guidance überzeugt.

  • Dienstag: Mit Home Depot ($HD) steht ein echter Konsumgigant auf dem Plan. Gerade im Kontext von Zinspolitik und Häusermarkt lohnt sich hier ein genauer Blick.

  • Mittwoch: Hier wird’s dann richtig voll: Target ($TGT), Estée Lauder ($EL), TJX ($TJX) und Analog Devices ($ADI) eröffnen den Tag. Vor allem Target als Retail-Schwergewicht dürfte Aussagen zur Konsumlage liefern.

  • Donnerstag: Mit Walmart ($WMT) steht DER US-Konsumindikator an. Wer etwas über Kaufkraft und Inflationstrends wissen will, wird hier fündig.

Warum ist das wichtig? Weil die Retailer uns praktisch ein Live-Bild zum US-Konsumenten liefern. Konsum macht rund 70 % des US-BIP aus. Was Home Depot, Target und Walmart melden, geht weit über die Einzeltitel hinaus. Es ist ein direktes Stimmungsbarometer für die Kaufkraft, Inflation und Nachfrageentwicklung. Genau deshalb gilt die laufende Woche als sehr wichtig. Es geht weniger wegen der Breite, sondern wegen der Signalwirkung auf den gesamten Markt.


Damit sind wir auch schon wieder durch für diese Woche. Trotz der jüngsten Inflationssorgen auf Produzentenseite ist der Markt weiter positiv gestimmt. Die US-Indizes notieren nahe oder auf neuen All-Time-Hochs, während der VIX auf einem ruhigen Niveau verweilt. Das„Sommerlochs“ ist bislang abgesagt.

Das Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin in Alaska blieb ohne greifbare Ergebnisse, dennoch wurde die Aussetzung neuer Sanktionen als guter Impuls für Energie- und Rohstoffwerte gewertet. Ob es wirklich am Ende zum Frieden oder Waffenstillstand kommen wird, bleibt abzuwarten.

Für nächste Woche wird entscheidend sein, ob die anstehenden Fed-Statements während der Jackson-Hole-Tagung sowie die Earnings neues Momentum in den Markt bringen oder ob wir langsam eine überfällige Korrekturphase einleiten.


Bis nächste Woche – stay sharp, stay profitable!

Eure GREY CAPITAL-Redaktion