Bücherempfehlung: Trading

EINLEITUNG

Ich bin kein Fan von langen Listen mit 100 Buchempfehlungen. In der heutigen, schnelllebigen Zeit haben nur wenige die Muße (oder die Nerven), sich durch zig Bücher zu kämpfen und aus diesen nützliches Wissen zu erlangen. Die menschliche Psychologie ist nicht dafür gemacht, aus einer zu großen Auswahl wirklich gute Entscheidungen zu treffen – das zeigt auch das sog. Auswahlparadoxon -> Zu viele Optionen lähmen den Verstand und hindern an konkreten Entscheidungen.

Ich habe selbst über 100 Bücher und Papers zum Thema trading gelesen – viele davon waren okay, manche schlecht, ein paar richtig stark. Nur einige davon haben mir wesentlich weitergeholfen und sind mir wirklich im Gedächtnis geblieben sind. Die Bücher, die ich euch hier empfehle sind die „Creme-de-la-creme“ die mich wirklich persönlich und im Trading weitergebracht haben.

Hier steckt eine Menge Herzblut drin. Ich wünsche euch, dass ihr aus diesen Empfehlungen genauso viel mitnehmen könnt wie ich und diese euch dabei helfen euer Wissen rund ums Trading zu vertiefen um klarer und selbstbewusster an den Finanzmärkten agieren zu können.

Also starten wir los…

How I Made $2 Million Dollar in the Stock Market

Das erste Buch auf meiner Liste hat bereits einige Jahrzehnte hinter sich und bleibt dennoch ein echter Klassiker. Es ist kurz, verständlich und unterhaltsam verfasst sodass jeder Newbie an den Märkten schnell verstanden hat was eine Strategie und Trend-trading eigentlich bedeuten. Es handelt sich um den Titel „How I Made 2,000,000$ in the Stock Market“ von Nicolas Darvas.

Kurzum: Darvas war ein professioneller Tänzer, der sehr oft unterwegs auf Touren war. Er hatte oft tagelang keinen Zugriff auf die Märkte und entwickelte trotzdem eine clevere Strategie, die sog. berühmte Darvas-Box. Dabei lief es am Anfang bei Darvas alles andere als rund. Er setzte auf heiße Tipps, sprang wild von Pennystock zu Pennystock und hatte dementsprechend auch hohe Verluste vorzuweisen. Es gab Phasen in denen er 25–30 Positionen eröffnete und nach dem schließen aller Trades gerade einmal einen Gewinn von 1,89 $ vor Gebühren. Vielleicht kommt das ganze dem einen oder anderen Leser bekannt vor…

Diese Fehler waren ein Weckruf für Darvas. Er fing an, Chartmuster und Volumen zu beobachten, testete Preisbereiche – und zeichnete seine sog. Darvas-Boxen. Wenn ein Kurs aus diesen ausbrach, kaufte er zu. Fällt ein Kurs aus den Box nach unten, verkaufte er sofort mit seinen zuvor gesetzten Stop-Loss-Zielen. Keine Emotion, kein Bauchgefühl, nur traden nach einem festgelegten Regelwerk. Damit skalierte er in nur 18 Monaten seinen 10.000 $ Account auf über 2 Mio.$ hoch!

Was ich an dem Buch besonders schätze: Darvas schreibt kurz und verständlich über alles. Er beschreibt seine anfänglichen Fehler, wie bei vermutlich jedem Trader. Er baut Schritt für Schritt sein System, findet seinen Trading-Stil und zeigt, warum Disziplin und Regeln wichtiger sind als jedes „Strategy-hopping“. Er trennt sich emotional vom Markt. Eine Haltung, die für jeden Trader noch heute Vorbild ist. Noch heute lässt sich von der „Darvas-Box-Strategy“ etwas lernen: Preis und Volumen sind nach wie vor die stärksten Signale. Ein Stop-Loss sowie Target price bleiben Pflicht. Und die Disziplin mit der wir unserer Strategie treu bleiben entscheidet letztlich, ob wir langfristig erfolgreich bleiben.

„How I Made 2,000,000 in the Stock Market“ ist deshalb die erste Pflichtlektüre aufgrund der einfachen Lesart, der simplen Strategie und wie wichtig Disziplin ist um zum Erfolg im aktiven Handel beizutragen. Authentisch und unterhaltsam.

„How I Made 2,000,000 in the Stock Market“ ist deshalb die erste Pflichtlektüre aufgrund der einfachen Lesart, der simplen Strategie und wie wichtig Disziplin ist um zum Erfolg im aktiven Handel beizutragen. Authentisch und unterhaltsam.

Zum Buch: How I Made $2 Million Dollar in the Stock Market.

Trade Like a Stock Market Wizard

Weiter geht’s mit einem weitaus neueren Titel zur Chart-Technik und Momentum-trading:

„trade like a stock market wizard“ von Mark Minervini ist ein etwas umfangreicheres Werk von keinem Theoretiker sondern einem waschechten trading Champion. Alles, was er in diesem Buch beschreibt hat er selbst Jahrzehnte lang umgesetzt und das ganze nachweislich u.a. auch durch Teilnahme an diversen World Championship Turnieren. Seine jährlichen Renditen lagen meist im dreistelligen Prozentbereich, und das bei gleichzeitig einhalten eines disziplinierten Risikomanagements.

Wie hat er das ganze geschafft? Nun im Mittelpunkt steht sein sog. SEPA-System (Specific Entry Point Analysis). Hierbei geht es darum gezielt Setups mit hoher Gewinnwahrscheinlichkeit zu identifiziert werden, klare Einstiegspunkte zu definiert und die Positionen anschließend mit system gemanagt werden. Verlierer werden dabei frühzeitig gekappt, Gewinner dagegen laufen gelassen.

Was beim Lesen schnell deutlich wird: Erfolgreiches Trading funktioniert nicht ohne System und Strategie. Es reicht nicht aus, auf Intuition oder Bauchgefühl zu setzen. Auch sind die Finanzmedien oftmals mehr Unheils- als Erfolgsbringer. Als Akteur an den Finanzmärkten benötigen wir einen klaren Plan mit festen Kriterien für den Einstieg, eine saubere technische Struktur und einen oder mehrere definierte Ausstiege, sollte sich das Setup nicht bestätigt.

Mark setzt auf Breakouts, aber nicht blind. Er handelt nur Aktien mit starkem Momentum, die ihn auch fundamental überzeugen. Seine Strategie ist also nicht spekulativ, sondern basiert auf statistischen Vorteilen und einem erprobten Regelwerk. Entscheidend ist nicht nur das „Was“ sondern auch das „Wie“ – gemeint ist wie konsequent man seinen Tradingplan durchzieht, ohne sich von Emotionen leiten zu lassen, auch wenn mal eine Position im ersten Moment gegen einen läuft.

Ein zentraler Gedanke der zum Nachdenken anregt zieht sich durch das gesamte Buch: Es geht nicht immer darum, immer „recht“ zu haben, sondern darum profitabel zu handeln. Dabei werden Verlustpositionen akzeptiert und nicht ignoriert. Die Psychologie spielt zwar im Buch ebenfalls eine Rolle – Disziplin, Geduld, emotionale Kontrolle. Mark legt den Schwerpunkt jedoch gezielt auf das System. Es geht um konkrete Tools und Analysen, nicht um einen mentalen Trainer. Kleiner Spoiler: Das nächste Buch geht dafür verstärkt auf den Aspekt der Psychologie ein.

„Trade Like a Stock Market Wizard“ liefert dementsprechend kein reines Theoriegerüst, sondern ein vollständiges System für jeden angehenden Trader. Wer seine eigene Herangehensweise weiter vertiefen und strukturieren möchte, erhält mit diesem Buch ein solides Fundament geliefert.

Zum Buch: Trade Like a Stock Market Wizard.

Best looser Wins

Weiter geht’s mit dem nächsten Buch „Best Loser Wins“ von Tom Hougaard. Dieses gehört zu meinem persönlichen Favoriten und darf definitiv bei keinem Trader im Regal fehlen!

Der Autor Tom Hougaard ist in der Trading-Welt ein Ausnahmetalent und hat einen spannenden Lebensweg hinter sich. Nach seinem Studium der Wirtschaft und Finanzen in Großbritannien landete er bei JPMorgan am Tradingdesk. Später zog es ihn in die pulsierende Finanzwelt von London, wo er als Stratege für einen CFD-Broker arbeitete. Seit 2009 handelt er erfolgreich als Vollzeittrader an den Finanzmärkten und hält auch Vorträge über seine Art zu handeln.

Kommen wir zu seinem Buch. Es beginnt mit einer kleinen, aber bedeutungsvollen Episode aus Toms Leben. Er lag eines Tages krank im Bett als sein Vater ihm einige Bücher aus der Bibliothek mitbrachte. Eines dieser Bücher war “Liar’s Poker” von Michael Lewis. Das Buch beschreibt das Leben eines Bond-Traders in den 80er-Jahren, eine Zeit voller Exzesse und Risiken an der Wall Street. Für Tom war dieses Buch eine Art Wendepunkt in seinem Leben. Sein Interesse an den Finanzmärkten und am aktiven traden wurde entzündet und seitdem brennt diese Leidenschaft unaufhörlich in ihm weiter.

Ein Unterschied von “Best Loser Wins” zu vielen anderen Büchern oder Tradern selbst ist, wie Tom auf die Märkte schaut. Die Kernthese lautet, dass der Schlüssel zum langfristigen Erfolg im Trading weniger in der technischen Analyse oder spezifischen Handelsstrategien liegt, sondern vielmehr in der mentalen Einstellung und der Fähigkeit, Verluste zu akzeptieren und aus ihnen zu lernen. Er betont, dass psychologische Stärke, emotionale Kontrolle, Geduld und Disziplin, entscheidend für den Erfolg im Trading ist. Er erklärt, dass Fehler und Verluste unvermeidlich im trading sind, diese als wertvolle Lernchancen akzeptiert werden sollten. Ein effektives Risikomanagement ist ebenfalls unerlässlich, sowie festgelegte Verlustgrenzen und ein Verständnis zur eigenen Risikobereitschaft. Etwas, das ich selbst innerhalb der Community immer wieder Aufzeige: Haltet eure Verluste klein – die Gewinner groß.

Darüber hinaus hebt Tom die Notwendigkeit des kontinuierlichen Lernens und der Anpassung an die sich ständig ändernden Finanzmärkte stark hervor. Schließlich unterstreicht er, dass realistische Gewinnerwartungen und einiges an Ausdauer notwendig sind, da der Weg zum erfolgreichen Trading oft lang ist und voller Herausforderungen steckt. Tom stellt klar: Eine Wesentliche Eigenschaft für seinen großen Erfolg im trading ist die Fähigkeit, mit Verlusten richtig umzugehen und daraus zu lernen. Am Ende ist es die mentale Stärke, die den entscheidenden Unterschied ausmacht.

“Best Loser Wins” von Tim Hougaard ist damit nicht nur ein Buch über das Trading, sondern eine inspirierende Reise durch die Höhen und Tiefen eines Traders. Es bietet tiefe Einblicke und praktische Ratschläge, die sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Trader sehr wertvoll sind. Das ganze leicht verständlich und spannend geschrieben.

Zum Buch: Best looser Wins.

Trading in the Zone

Beim vierten Buch und letzten Buch handelt es sich um „Trading in the Zone“ von Mark Douglas. Wer bereits etwas länger aktiv an den Märkten handelt wird über kurz oder lang nicht an diesem Buch vorbeikommen. Ein echter Klassiker wenn es um die mentale Seite im Trading geht.

Während viele Bücher versuchen, das Thema Mindset künstlich aufzublasen oder in eine Coaching-Sprache zu verpacken bleibt Mark Douglas mit „Trading in the Zone“ ruhig, analytisch und direkt. Sein Fokus: Wer langfristig erfolgreich handeln will muss lernen richtig zu Denken. WIE man denkt – nicht WAS man denkt, darauf kommt es an. Klingt subtil, macht aber laut Mark den großen Unterschied aus.

Mark zeigt deutlich auf weshalb viele Trader scheitern: Eine falsche Erwartungshaltung, Ängste oder inneren Blockaden sind keine gute Basis um Mental in die Märkt einzusteigen, sei es auf täglicher oder langfristiger Handelsbasis. Viele junge Trader haben Ängste vor ihrem nächsten Verlust, klammern sich zu sehr an ihr Setup oder zweifelt an sich selbst, sobald der Markt einmal nicht „mitspielt“. Genau hier setzt das Buch an.

Was „Trading in the Zone“ gut vermittelt ist kein Motivations-Training, sondern ein tiefes Verständnis dafür, wie man als Trader denken sollte und sich dabei nicht im Wege steht. Der Markt hat keine Meinung, kein Ego, keine Absichten. Alles, was in uns aufkommt, passiert in uns, nicht am Chart. Wir können nicht kontrollieren welche Bewegungen der Markt als nächstes vollführen wird, aber wir können kontrollieren wie wir daraufhin reagieren. Und genau hierum geht es im Trading. Die innere Sicherheit soll aufgebaut werden, um ein echtes Selbstvertrauen in das eigene System zu entwickeln. Jedes Setup soll mit der gleichen Klarheit und Neutralität gehandelt werden, egal ob der letzte Trade im Gewinn oder im Verlust endete.

Mark spricht viel darüber, wie wichtig es ist, sich vom Ergebnis zu lösen. Ein guter Trade ist nicht immer ein Gewinner, oft ist es der der planmäßig umgesetzt wurde. Das klingt sehr banal, ist ein Grund woran die meisten Trader scheitern, da sie permanent ihr Selbstwertgefühl an den Ausgang eines Trades knüpfen.

„Trading in the Zone“ ist ein Titel den jeder von uns, nach dem einmaligen durchlesen, hin und wieder zur Hand nehmen sollte. Besonders in Phasen, in denen es nicht gut läuft. Es bringt Klarheit, Struktur und einen gesunden Blick auf das was im Trading wirklich zählt: nicht das Setup, nicht der Markt – sondern der eigene Kopf.

Zum Buch: Trading in the Zone.

Ich hoffe Ihr alle könnt mit zumindest einem dieser Bücher etwas anfangen und im Bestfall helfen auch euch diese weiter auf eurer Trading-Reise zum Erfolg!